10.12.2018

Unter`m Cabrio Dach schwimmen lernen

Sport und Bewegung ist nicht nur eine Freizeitaktivität, sondern auch essentieller Teil des Lebens. So auch die Fähigkeit zu schwimmen in einem von Wasser umgebenen Land, wie Schleswig-Holstein. Und doch können laut Jahresbericht der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft DLRG aus 2017 über 50% der Grundschüler*innen nicht sicher oder gar nicht schwimmen.

Ein Umstand, den der Landesverband des Deutschen Kinderschutzbundes aufgriff und in Kooperation mit anderen Verbänden und Organisationen Projekte und konkrete Hilfen vor Ort startete, um mehr Kindern das Schwimmenlernen zu ermöglichen.

Im August dieses Jahres widmete sich die Vorsitzende der grünen Landtagsfraktion Eka von Kalben diesem Thema und beleuchtete die Problematik im Rahmen ihrer Sommertour näher, um die Ursachen zu ermitteln. „Wie sich herausstellte, gibt es vielfältige Gründe dafür, dass Kinder nicht schwimmen lernen. Es hat sich aber gezeigt, dass fehlende Hallenbadkapazitäten eines der größten Probleme darstellt.“, so von Kalben.

Eine mögliche Lösung könne hier zum Beispiel das sog. „Cabrio Dach“ sein, so wie es im Neumünsteraner Schwimmbad verbaut wurde. Ein solches „Cabrio Dach“ wird über ein bestehendes Freibad gebaut und kann dann je nach Wetterlage auf- und zugezogen werden. So werden die Vorteile von Frei- und Hallenbad miteinander kombiniert. Ob die Überdachung von Freibädern eine sinnvolle Strategie ist, um mehr Schwimmunterricht zu ermöglichen, wollte von Kalben herausfinden und traf sich daher am Mittwoch mit dem Technischen Geschäftsführer der Stadtwerke Neumünster Thomas Junker, Schwimmbadleiter Tom Keidel, Vorsitzende Irene Johns vom Landesverband des Deutschen Kinderschutzbundes sowie Heiner Voigt als Vorsitzender des Kreisverbandes von Bündnis 90 / Die Grünen zu einer Begehung des Neumünsteraner Schwimmbades.

„Nicht nur der energetische Vorteil gegenüber sog. Traglufthallen, die deutlich instabiler sind und bei starken Winden oft wegfliegen, sondern auch die Tatsache, dass Freibäder aufgrund der häufig schlechten Wetterlage auch im Sommer leer bleiben, spricht für ein solches Cabrio Dach.“, erklärte Keidel während dieser die Teilnehmer durch das Schwimmbad führte.

So könnten die Schwimmbäder nicht nur kostendeckender arbeiten. Auch das Angebot an ganzjährigen Schwimmkursen sei damit gegeben, was bei von Kalben und Johns besonderen Anklang fand. „Ein Cabrio Dach in dieser Form kann sicher ein wichtiger Schritt sein, damit auch Freibäder ganzjährig und bei jedem Wetter von Schulen für den Schwimmunterricht genutzt werden können. An diesem Beispiel sehen wir, dass wir kreative Lösungen brauchen, damit alle Grundschulkinder in Schleswig-Holstein schwimmen lernen können.“ stellte Johns nach der Begehung fest. Auch von Kalben zeigte sich entschlossen: „Insgesamt bin ich sehr beeindruckt von dieser Technik und sehe darin durchaus ein Vorbild für andere Kommunen.“ Voigt ergänzte von Kalbens Aussage, indem er den politischen Willen der Stadt Neumünster noch einmal hervorhob: „Die Stadt Neumünster hat nicht nur den Bau der Schwimmhalle unterstützt, sondern auch die Zuschüsse zum Schul- und Vereinsschwimmen erheblich aufgestockt."

Von Kalben dankte den Betreibern der Stadtwerke Neumünster zum Abschluss für die Führung und betonte, dass sie sich darüber freue, dass für dieses „Cabrio Dach“ alle Seiten vereint und effektiv zusammengearbeitet haben. „Dieser Besuch hat mir einen wertvollen Einblick ermöglicht. Meine Aufgabe ist es auch, gute Ideen zu sammeln, und sie unter die Leute zu bringen, damit am Ende alle Kinder in Schleswig-Holstein die Chance haben, schwimmen zu lernen.“

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URL:https://eka-von-kalben.de/unterwegs-in-sh/schwimm-tour-2018/expand/696769/nc/1/dn/1/