25.10.2018

Religionstour - Eindrücke, Erlebnisse, Erfahrungen

Montag, 11:00 Uhr Herrendeichschule Nordstrand

"Es schadet keinem, voneinander zu wissen." (Religionslehrer Jahnke, Herrendeichschule)

Mit diesem einführenden Satz fand der gelungene Tourauftakt meiner religionspolitischen Tour auf Nordstrand in der Herrendeichschule statt. Vorbildlich wird hier Religionsunterricht im Klassenverband mit acht verschiedenen Nationen unterrichtet. Dabei arbeiten die drei christlichen Gemeinden eng zusammen.

Auch hier können Eltern entscheiden, ob ihre Kinder überhaupt am Religionsunterricht teilnehmen sollen. Faktisch wird von diesem Recht aber so gut wie nie Gebrauch gemacht. Die enge Zusammenarbeit auf allen Ebenen und der Tenor, dass "das Leben eines Menschen gelingen soll" (Jahnke), ist den Eltern offenbar wichtiger, als die Frage, ob die eigenen Kinder überhaupt religiös unterrichtet werden sollen.

Dennoch: Auch hier kann der Religionsunterricht oder ein wertevermittelnder Ersatzunterricht nicht ausreichend stattfinden, da es wie überall an Religionslehrer*innen mangelt.

Interessierte Lehramtsanwärter*innen entscheiden häufig, laut Aussage Herrn Rosemanns (ebenfalls Religionslehrer) nach einem Aufenthalt in der Herrendeichschule, zu diesem Fach zu wechseln. An dieser Stelle sieht er Handlungsbedarf bei der Regierung: Student*innen im ersten Jahr muss ermöglicht werden, in die sog. Mängelfächer "hineinzuschnuppern", um eben auch dafür das Interesse zu wecken.

Vielen Dank auch an unsere grünen Nordstrandler, die uns bei diesem Termin begleitet haben.

Pressemitteilung SHZ

Montag, 14:00 Uhr Christian-Jensen Kolleg Breklum

"Herzlich Willkommen in unserem kleinen "Weltkloster"."

So begrüßte mich Pastorin Nora Steen vom Christian Jensen Kolleg. Eine junge moderne Pastorin, die kürzlich das "schwere Erbe der Missionsarbeit Christian Jensens" angenommen hat und wie ihr Vorgänger mit dem "Eine-Welt" Tenor ganz andere Ziele verfolgt, als einst Gründervater Jensen. Ganz in unserer Zeit angekommen, soll es hier um Werte gehen und zum Beispiel die Menschenrechte in der weltweiten Lieferkette beleuchten.

So wunderte ich mich auch nicht, in der "Eine Welt"-Ausstellung das "Zimmer der Religionen" zu finden. Ein Ort, in dem Schuhe und Vorurteile nicht erwünscht sind. Hier werden die großen Religionen der Welt nicht nur dargestellt, sondern auch auditiv erlebbar gemacht. Ich war sehr beeindruckt, nicht zuletzt auch von vielen weiteren (in meiner Warhnehmung sehr grünen) Ideen.

Herzlichen Dank auch an Stefan Schütt, wirtschaftlicher Geschäftsführer der Einrichtung, der uns bei dieser Runde ebenfalls begleitete.

Pressemitteilung SHZ

 

Montag, 18:00 Uhr Soka Gakkai International Husum

"Du bist vollkommen ausgestattet, zweifel nicht an deinem Leben."

Chanten mit Buddhisten - Zu Gast bei der Soka Gakkai International, Ortsgruppe in Husum.

Diese, als Laiengemeinschaft organisiert, treffen sich in kleineren Gruppen einmal wöchentlich privat, um gemeinsam zu chanten und sich auszutauschen. Chanten ist eine Art Sprechgesang oder ein Gebet, das für viele Menschen, die dieses praktizieren, eine heilsame Wirkung hat. Nach einem einführenden gemeinsamen Gebet hat die Gruppe ihre Beweggründe vermittelt, dem Buddhismus beizutreten.

Nach vielen persönlichen Beiträgen der Mitglieder, brachte es eine auf den Punkt:

Es gibt viele Wege zum Glück, aber dies ist der schnellste.

Es wurde auch offen angesprochen, dass es insbesondere in der Vergangenheit Vorbehalte gegen die Soka Gakkai, die aus Japan stammt, gegeben hat. Mein Eindruck von diesem Treffen war, dass es sich hier um selbstbestimmte Menschen handelt, die sich gegenseitig stärken und in dem Sprechen der Sutras große Unterstützung finden.

Pressemitteilung SHZ

 

Dienstag, 10:30 Uhr Europa-Universität Flensburg

Einen spannenden Austausch hatte ich mit Dr. Claudia Richter an der Flensburger Uni über den Religionsunterricht in Schleswig Holstein.

Ich bin nach wie vor davon überzeugt, dass es sinnvoll ist, einen Unterricht, in dem es um Glauben und Werte geht, im Klassenverband durchzuführen. Gerade in unserer auseinanderdriftenden Gesellschaft ist es gut, Kindern und Jugendlichen gemeinsam ein Fundament zu geben.

Wichtig bleibt aber dabei, dass sich jedes Kind ein eigenes Fundament bauen kann. Das bedeutet, wir brauchen, unabhängig von Verfassungsvorgaben, einen Unterricht für alle Glaubensformen mit oder ohne Religion.

Vielen Dank an meinen Kollegen und Landtagsabgeordneten Rasmus Andresen sowie Ellen Kittel-Wegener (Ratsfrau in Flensburg) für die Begleitung zu diesem Termin.

Dienstag, 13:00 Uhr Diakonissenanstalt Flensburg

Weiter auf meiner religionspolitischen Tour ging es in die Evang.-Luth. Diakonissenanstalt zu Flensburg, begleitet von meinem Landtagskollegen Rasmus Andresen sowie Ratsfrau Ellen Kittel-Wegner von den Flensburger Grünen.

Natürlich ging es in diesem Termin auch um das Kirchenarbeitsrecht. Anders, als man annehmen würde, pflegt die Diakonie hier einen sehr offenen Umgang hinsichtlich der christlichen Zugehörigkeit, denn sie stellen auch Mitarbeiter*innen ein, die nicht in der Kirche sind oder einer anderen Glaubensgemeinschaft angehören.

Auch die Behandlung, Pflege und Betreuung nicht-christlicher Patient*innen wird hier sehr ernst genommen. So erzählte mir Pastor Boten, dass Imame die Möglichkeit hätten, die rituelle Waschung infolge eines Verlustes auch direkt vor Ort durchzuführen.

Ethik spielt ebenso auch während der Ausbildung eine große Rolle, so ist zum Beispiel ein ein-wöchiges Ethikseminar für alle Auszubildenden fest in den Ausbildungsplan verankert.

Insgesamt zeigt sich, dass Religion auch hier wieder wertestiftend fungiert und trotz konfessioneller Gebundenheit durchaus offen gelebt werden kann.

Dienstag, 16:00 Uhr Ahmadiyya Muslim Gemeinde Schleswig

"Liberal ist jeder, bis eine Moschee um die Ecke steht" 

so Hr. Chaudry, Vorsitzender der Ahmadiyya Gemeinde in Schleswig, der mich zusammen mit Imam Ghuman und einigen Frauen aus der Gemeinde empfing.

Das klingt zunächst einmal provokativ, gibt aber die Wahrnehmung wieder, die wahrscheinlich nicht nur diese muslimische Gemeinde hat. Mit meinem Besuch haben wir erneut eine Brücke gebaut und es zeigt sich, wie wertvoll der gemeinsame Austausch ist.

Nicht nur haben wir von der Initiative "Lajna Immailah" erfahren, bei der mit dem Statement "Ich bin eine Muslima, haben Sie Fragen?" Frauen aus der Gemeinde versuchen, mit den Menschen auf der Straße in den Dialog zu treten. Auch haben wir unser Befremden über die unterschiedliche Begrüßung von Männern und Frauen zum Ausdruck gebracht, das zB seitens des Imams aufgrund der für ihn im Vordergrund stehenden religiösen Riten so noch nicht bedacht wurde.

Es zeigt, dass man durch den Dialog gegenseitigen Respekt erfahren und vermitteln kann. Dies ist einer der sehr wichtigen Schritte, die wir unbedingt gehen müssen, wenn wir dem derzeitigen Rechtsruck in unserer Gesellschaft etwas entgegen halten wollen.

Am Ende ist die Rechnung ja ganz einfach: Wir sind alle Menschen. Und nur über das persönliche Gespräch kann es uns gelingen, Vertrauen aufzubauen!

Mittwoch, 10:00 Uhr Jüdische Gemeinde Lübeck

"Abschottung verhindert lässigen Umgang",

sagte Architekt Schröder bei der Begehung der Synagoge der jüdischen Gemeinde in Lübeck, als wir den Restaurierungsfortschritt besichtigten, bei dem jetzt im letzten Bauabschnitt 4 in Millimeterarbeit alte Wandmalereien freigelegt werden.

Bei der Vorstellung des Sicherheitskonzeptes ergab sich eine Diskussion um die Frage, ob ein 2 Meter hoher Zaun und eine Sicherheitsschleuse wirklich nötig seien oder ob dies längerfristig nicht eher eine Distanz zur Öffentlichkeit schaffe. Im Gespräch mit der Gemeinde wurde allerdings sehr deutlich, wie wichtig derartige Sicherheitsmaßnahmen für die Gemeinde sind. Offenbar findet seit einiger Zeit jährlich Vandalismus auf dem jüdischen Friedhof statt, während die Synagoge seit dem letzten Brandtanschlag in 1995 nicht mehr angegriffen wurde. Die Gemeinde führt das auf die dortige 24 Stunden Polizei-Präsenz zurück. Auch ich bin mit Blick auf die gesellschaftliche Entwicklung dankbar für diese Sicherheitsmaßnahmen.

Wir wollen, dass wieder ein lebendiges jüdisches Leben in Lübeck möglich ist und hoffen daher sehr, dass die bis Ende nächsten Jahres fertig gestellte Synagoge einen Beitrag dazu leistet.

Die jüdische Gemeinde nimmt übrigens auch jetzt schon regelmäßig am interreligiösen Dialog teil und war sehr angetan von unserer Idee, den Religionsunterricht an den Schulen noch interreligiöser zu gestalten.

Begleitet wurde ich zu diesem Termin übrigens von meinen Kollegen*innen der grünen Fraktion in Lübeck.

Pressemitteilung Lübecker Nachrichten

Mittwoch, 13:30 Uhr Kloster Nütschau Travenbrück

"Hier findet Bildung der Herzen und der Menschen statt",

sagte Bruder Benedikt während der Besichtigung des Haus St. Ansgar, Kloster Nütschau.

Das spürte ich hier deutlich! Wer die Erwartung hat, in ein ruhiges, beschauliches Klosterleben einzutauchen, kann im Nütschauer Kloster Haus St Ansgar enttäuscht werden. Wer aber viele fröhliche Menschen im Austausch erleben möchte, kommt hier auf seine Kosten.

Auch im gemeinsamen Austausch zum Kirchenasyl habe ich diese Herzenswärme gespürt. Die Brüder bieten Menschen in großer Not eine Heimat auf Zeit. Das ist gut so und muss auch so bleiben!

Danke auch an Uwe Schreiber und Stefan Kehl von den Grünen Stormarnern, die mich zu diesem Termin begleiteten.

Donnerstag, 10:00 Uhr Islamische Gemeinde Neumünster e. V.

"Wir sind Scheidungskinder, die geschont und gestärkt werden müssen", 

so beschreibt Mehmet Karaoglu, Vorsitzender des Bündnisses der islamischen Gemeinden Norddeutschland e.V. die Situation der Deutsch-Türken.

Erdogan wirbt mit starker Rethorik, die an die Emotionen appelliert, in Deutschland hingegen verurteilen wir unsere türkisch-stämmigen Bürger*innen für ihre Nähe zu Erdogan. Dürfen wir uns da wundern, wenn die Spaltung zunimmt?

Umso herzlicher wurde ich als Vertreterin der Landes-Politik von Herrn Fatih Mutlu und weiteren Gemeindevertretern der Islamischen Gemeinde Neumünster e.V. willkommen geheißen. Der Staatsvertrag mit muslimischen Gemeinden, der Umgang mit DTIB sowie die Zukunft des Religionsunterrichts wurden ebenfalls intensiv diskutiert. Ein wichtiger Punkt, den ich neben dem Thema Staatsvertrag in die Landespolitik nehme, ist die dringende Notwendigkeit eines Lehrstuhles für islamische Theologie in Flensburg. Nur wenn wir Imame auch in Deutschland ausbilden, können wir verhindern, dass im Ausland geschulte Imame "importiert" werden, die alltagsfremde Predigen halten.

Ein schöner Umstand, dass unsere Tour in die Herbstferien fiel, war außerdem, dass die Jugend-Mädchen Gruppe der Gemeinde ihren wertvollen Input zum Thema Religionsunterricht beitragen konnte.

Danke auch an unsere Grünen Fraktionskollegen aus Neumünster, die mich zu diesem Termin begleitet haben.

Donnerstag, 13:00 Uhr Adeliges Kloster Preetz

Einen schönen Ausflug in eine andere Zeit habe ich im Kloster Preetz erlebt. Das mittlerweile nicht mehr in Betrieb und in die Jahre gekommene Kloster, strahlt noch den Glanz alter Zeiten aus. Eine Ritterschaft, deren Nachkömmlinge das Erbe heute noch verwalten, hatte hier einst das Adelige Kloster aufgebaut. Heute dient die Kirche noch einigen Festivitäten und unter der Verwaltung der neuen Priörin Erika von Bülow wird es sicher bald in altem Glanz neu erstrahlen. Ein Einblick in die alte Bibliothek war ebenfalls sehr fasziniertend.

Donnerstag, 16:30 Uhr Jüdische Gemeinde Bad Segeberg

Zu Gast bei der noch recht jungen - liberalen - jüdischen Gemeinde in Bad Segeberg durfte ich in den jüdischen Glauben eintauchen...

Überrascht war ich nach einem Handout, einem charismatischen Vortrag und einer Führung durch die Synagoge über die Tatsache, dass wir doch weniger über diese Glaubensgemeinschaft wissen, als wir vielleicht annehmen. So wurde mir zB. die Mikwe gezeigt, die in Schleswig-Holstein einmalig ist. Aber wissen Sie, was eine Mikwe ist? Es ist das traditionelle Tauchbad, um sich von ritueller Unreinheit zu befreien und wird mit Regenwasser befüllt. Dies ist wichtig, da das Wasser "lebendig" sein muss. Außerdem ist zu beachten, dass das Wasser nicht durch ein Stahlrohr fließt und dass es 7 Stufen hat. Diese Mikwe hat zwei Umkleidekabinen für Herren und Damen. Ein netter Umstand: Die Damenumkleide ist etwas größer, weil Frauen oft ihre Kinder zur rituellen Waschung dabei haben. Da hat mal jemand mitgedacht...

Fasziniert war ich im Übrigen auch von dem Gebetsraum und all den Kleinigkeiten, die zeigen, dass jemand bei der Konzeptionierung der Räume wirklich mitgedacht hat. So sind zum Beispiel die Stuhlreihen in der Mitte des Gebetsraumes mit Polstern überzogen, während die Bänke rechts und links kahl sind. Begründung? Wenn der Gebetsraum nicht so voll ist, setzten sich die Menschen automatisch auf die "gemütlicheren" Bänke und das Predigen fällt dem Rabbiner leichter, da er nicht in alle Ecken des Raumes predigen muss.

Vielen Dank an meinen Kollegen Peter Stoltenberg von unseren grünen Segeberger Kolleg*innen.

Pressemitteilung Lübecker Nachrichten

Freitag, 13:00 Uhr Christus Zentrum Arche Elmshorn

Beim Besuch des Christus Zentrum Arche (CZA) in Elmshorn stellte sich zunächst einmal die Frage, was eine Freikirche neben der Tatsache, dass sie nicht über die Kirchensteuer, sondern durch Spenden finanziert wird, ausmache. Mein Gesprächspartner, Pastor Hans-Peter Mumssen, erklärte, dass die Freiwilligkeit des Einzelnen oberste Priorität habe. Im CZA werden zum Beispiel keine Babys getauft, sondern nur Menschen, die sich willentlich für ein Leben mit Gott entscheiden. Die Entscheidung, sein Leben mit Gott zu teilen, sei eine persönliche Entscheidung und dürfe nicht aufgezwungen werden, so Mumssen.

Ein weiteres Thema war die Frage, ob die Gemeinde auch Flüchtlinge im Kirchenasyl habe. Theoretisch sei dies möglich, praktisch allerdings schwer umsetzbar, weil täglich rund 120 Menschen Lebensmittel bei der Elmshorner Tafel abholen, dem sozialen Dienst des CZA, der in den Räumlichkeiten der Gemeinde stattfindet. „Außerdem kommen täglich weitere 40 bis 80 Personen zum Mittagstisch der Tafel“, so Dörte Lippold, die diesen Dienst koordiniert.

Im Verlauf des Gespräches erfuhr ich dann von der integrativen Arbeit, die das CZA mit der Elmshorner Tafel leistet. Es wurde berichtet, dass die Arbeit der Tafel mit Eintreten der Flüchtlingssituation zunächst einmal zu einer großen Herausforderung wurde. Kulturen prallten aufeinander und es gab Auseinandersetzungen, mit denen keiner zuvor gerechnet hatte. Trotzdem - und das finde ich ausgesprochen erhellend - setzte man dort gemeinsam mit der Kirchengemeinde auf eine lösungsorientierte Strategie, die am Ende Früchte trug. Heute, so berichtete mir Frau Dörte Lippold, ehrenamtliche Leiterin der Elmshorner Tafeln, gäbe es ein geordnetes und respektvolles Miteinander.

Dass die Flüchtlingswelle aufgrund der unterschiedlichen Kulturen auch bei der Elmshorner Tafel zeitweise für Unruhe sorgte, wurde zwar angemerkt, aber nicht problematisiert. Ein Klima des gegenseitigen Respekts sei oberstes Ziel.

Mittlerweile kommen 30 Geflüchtete regelmäßig zum sonntäglichen Gottesdienst, der simultan über Kopfhörer in Farsi übersetzt wird. Kritisch sei der Umgang mit den Geflüchteten nach Erfahrung von Hans-Peter Mumssen vielfach vor deutschen Gerichten, „wo den asylantragstellenden Menschen nicht geglaubt wird, dass sie Christen sind. Sie werden in Sippenhaft genommen, weil es Einzelne gibt, die den christlichen Glauben nur als Fahrkarte in die deutsche Gesellschaft annehmen. Auch mir als Pastor, der ich immer wieder als Fürsprecher für Einzelne vor Gericht aussage, die ich persönlich kenne und über Monate begleite, wird schlichtweg nicht geglaubt“, so Pastor Mumssen. Als einstige Verwaltungsbeamtin warb ich zunächst einmal für Verständnis, da ich aus eigener und auch aus politischer Erfahrung weiß, dass die Beamt*innen und Sacharbeiter*innen es derzeit nicht leicht haben. Es herrscht nach wie vor Personalmangel und die Berge von Anträgen können nur stückweise abgetragen werden. Trotzdem halte ich dieses Misstrauen seitens der Gerichte bei Prozessen, bei denen Verfolgung aus religiösen Gründen Fluchtursache ist, für sehr schwierig und es bleibt zu überlegen, was hier zu tun ist.

Nichtsdestotrotz helfen mittlerweile einige iranische Mitbürger auch bei der Tafel mit. Gelebte Integration, wie ich finde. Insgesamt war auch dies ein spannender Termin und sicher nicht der letzte.

Vielen Dank auch an meine grünen Kolleg*innen aus Elmshorn für die Begleitung zu diesem Termin.

 

Pressemitteilung Elmshorner Nachrichten

 

Freitag, 16:00 Uhr Alevitische Gemeinde Uetersen

Mein Tourfinale hatte ich bei der alevitischen Gemeinde Uetersen.

Drängendes Thema hier war der STAATSVERTRAG, für den ich mich schon lange einsetze. Es ist von großer Bedeutung für die Gemeinden - nicht nur die Alevitische - diesen Staatsvertrag zu erhalten, denn dieser hat eine enorme Symbolkraft:

Ihr gehört zu uns!

Unsere muslimischen Gemeinden bestehen mehr und mehr aus Menschen, die wie ich hier in Deutschland geboren, aufgewachsen und zur Schule gegangen sind, die sich hier ausbilden lassen haben, die hier eine Famlie gegründet und ein soziales Umfeld haben!

Die Anerkennung ihrer Religion, die die Aleviten in anderen Ländern übrigens nicht ausüben dürfen, ist ihnen daher verständlicherweise umso wichtiger.

Wer sich näher für dieses Thema Staatsvertrag interessiert, findet hier den Staatsvertrag zwischen der Stadt Hamburg und den muslimischen Verbänden als ein mögliches Beispiel.

Pressemitteilung Uetenser Nachrichten



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