Ein Meer an Verpackungsmüll

WUSSTEN SIE...


... dass nur 15% des Gelben Sackes recycled werden?


(Über 60% werden schlicht verbrannt, der Rest ins Ausland exportiert. Gleichzeitig sind wir Deutschen die größten Verpackungsmüll-Produzenten in ganz Europa. Jeder von uns produziert durchschnittlich 220kg Verpackungsmüll pro Jahr!)


Aber warum wird nur so wenig recycled?

  • weil Verpackungen heute aus diversen Verbundstoffen bestehen, wie Gemischen aus PET, PS-, PP- PE-Kunststoffen, Alu, Pappe etc . Diese werden, wie zB beim Joghurtbecher mit Aludeckel nicht vom Verbraucher getrennt, bevor sie in den Gelben Sack wandern. Die Sortiermaschinen können diese Stoffe dann ebenfalls nicht mehr trennen.
  • weil Getränkekartons aus Verbundstoffen bestehen, die garnicht mehr zu trennen sind, weil sie zB innen wie aussen laminiert sind. (So wie viele andere Verpackungen auch)
  • weil es gar nicht mehr ausreichend Sotiermaschinen für den Gelben Sack gibt, denn bei einer Recyclingquote bei nur 15% fehlt es an Wirtschaftlichkeit, damit jeder Entsorgungsbetrieb sich die aufwändige Sortierungsanlage leistet.

 wer sich hier mehr interessiert, kann sich mal den Artikel des NABU über die komplizierte Sortierung des Gelben Sackes durchlesen. (Link siehe unten)


Was ist also zu tun?


Vorschläge für Verbraucher*innen/Konsument*innen:

  • Alternativen einkaufen, wie zB. Seife und Festes Shampoo in Seifenform, statt wie gemeinhin üblich in Plastikcontainern
  • Milch an einer der diversen Milchtankstellen oder in Glasflaschen im Supermarkt kaufen, statt in Getränkekartons
  • Joghurt in Gläsern statt in Kunststoffbechern kaufen
  • Pfanddosensystem an der Frische-Theke nutzen, statt Aufschnitt fertig abgepackt aus dem Kühlregal kaufen
  • kostenfreie “Replace Plastic” App auf Ihr Handy laden und alle Produkte in Ihrem Haushalt einscannen, die unvermältnismäßig, überverpackt oder mit Verbundstoffen verpackt sind. (link siehe unten)

 wer sich hier mehr interessiert, kann bei Youtube mal "Zero Waste" eingeben. Dort finden Sie viele Tipps, wie Sie noch mehr Verpackungen einsparen könnt. (zB. eigener Wassersprudler zu Hause, statt PET-Flaschen usw.)


Vorschläge für die Politik:

  • verbindliche Verpackungsvorgaben für Handel und Hersteller
  • überdimensionierte Schummel-Verpackungen verbieten
  • Wegwerfprodukte verbieten und, wo das nicht sinnvoll ist, Abgaben einführen
  • Kreislaufwirtschaft bereits im Produkt verankern
  • Regulation von Zusatzstoffen in Verpackungen (wie zB Weichmacher, Kleber, Druckerfarben - im Plastikjoghurtbecher stecken über 100 Chemikalien, die das Recyceln verhindern)
  • Plastiksteuer einführen

Wer sich näher hierfür interessiert, kann sich mal das Papier "Grüner Aktionsplan gegen Plastikmüll" genauer ansehen (link)


Vorschläge für den Handel:

  • bieten Sie eine "unverpackt"-Abteilung an, in der Sie Nudeln, Reis und Müsli zum Kauf in eigenen Gefässen anbietet.
  • verpacken Sie Eigenprodukte in deutlich weniger Verpackung, setzten Sie hier auf Schlichtheit und vor allen auf leicht abbaubare Verpackungen, wie zB. Karton oder auf gut recyclebare Verpackungen, wie zB. Glas oder Reinstoffe. Verzichten Sie bei Ihren Produkten auf das Laminieren von Pappkartons oder auf Verbundmaterialien, die nicht zu trennen sind.
  • lehren Sie ihr Personal: Bei Verpackung ist weniger mehr. Derzeit ist der Standard genau verkehrt herum. Beim Einkauf eines belegten Brötchens zB. bekommt man neben der noch sinnvollen Papiertüte zusätzlich noch einen Pappteller sowie eine Folie und drei gebleichte Servietten. Die Papiertüte würde dabei schon völlig ausgereichen.
  • stellen Sie einen Taschenbaum auf: Ein Ständer, an dem Kunden ihre überflüssigen Taschen und Beutel für andere Kunden aufhängen können. Die Meisten von uns haben dutzende Tüten, Taschen und Beutel zu Hause, beim nächsten Spontan-Einkauf fehlen diese aber. Statt eine Tüte zu kaufen, können Kunden sich dann am Taschenbaum bedienen.
  • schaffen Sie endlich alle Plastiktüten aus der Obst- und Gemüseabteilung ab und bieten Sie wirklich nur noch die Papiertüten an.

wer sich hier näher ineressiert. Es gibt im Edeka in Kleeve (und auch in Neumünster) an der Frische-Theke bereits eine sehr gute Alternative zum Verpackungsmüll. (link siehe unten)


Vorschläge für Hersteller:

  • produzieren Sie mehr sortenreine Verpackungen, die sich trennen lassen
  • hören Sie hin, was Kunden heute wollen: Weniger Verpackung
  • achten Sie darauf, dass die Verpackung nicht mehr als das darin enthaltene Produkt ausmacht
  • hören Sie auf, den Kunden mit pseudo-Öko-Verpackungen in die Irre zu führen.
  • bieten Sie vor allem bei länger haltbaren Lebensmittel- und Gebrauchsgegenständen mehr Großverpackungen an. Derzeit geht der Trend eher zur kleinsten verpackbaren Menge.


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Linksammlung:
GRÜNER AKTIONSPLAN GEGEN PLASTIKMÜLL (09-2018): www.gruene-bundestag.de/files/beschluesse/180925-Fraktionsbeschluss_Plastikm%C3%BCll.pdf
NABU: www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/abfall-und-recycling/recycling/21113.html
ZERO WASTE: zerowaste-kiel.de
CRADLE2CRADLE: c2c-ev.de
LOGISTIKWAHNSINN IM SUPERMARKT: www.youtube.com/watch
PLASTIFIZIERUNG UNSERES PLANETEN: www.youtube.com/watch
VERPACKUNGSFREI AN DER FRISCHE-THEKE: www.youtube.com/watch
PLASTIKATLAS 2019: www.boell.de/sites/default/files/plastikatlas_2019.pdf
REPLACE PLASTIC: www.replaceplastic.de
DIE RECYCLING-LÜGE: www.youtube.com/watch
DAS MEHRWEG-MÄRCHEN: www.youtube.com/watch

GELBER SACK-TRENNUNG: youtu.be/WWngxDscWVA



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