Ich werde meine diesjährige Sommertour in der ersten Juliwoche zum Thema MÜLL machen. Lesen Sie hier mehr zu meinen Beweggründen:

 

   Mehr »

Ihr wollt keine Plastikverpackungen mehr? REPLACEPLASTIC!

Alle, die mit uns gemeinsam die Umwelt schützen und den Klimawandel verhindern wollen, lade ich ein, diese tolle APP auf euer Smartphone zu installieren: REPLACE PLASTIC

Aktivistin und Erfindern dieser App, Jennifer Timmrot, habe ich auf meiner Müll-Tour kennengelernt und ich war beeindruckt davon, was ein einzelner Mensch zu bewegen vermag!! Ihren spannenden Beitrag mit dem eindrücklichen Einleitungssatz "Das Meer hat gekotzt" könnt ihr hier nachlesen.

Hier findet ihr mein "Erklär-Video" dazu.

Viel Freude bei der Lektüre

Herzlichst eure Eka

 

 

03.07.2019

Das Meer hat gekotzt!

Expertenrunde im Nationalparkhaus Husum

"Das Meer hat gekotzt."

So beschrieb Jennifer Timrott ihren Einstieg in die Thematik der Plastikvermüllung der Meere, was zur Gründung des Vereins Küste gegen Plastik e.V. geführt und woraus sich mittlerweile die App Replace Plastic entwickelt hat.

Nachdem Sturm Xaver auf der Insel Hallig Hooge gewütet hatte, ging Jennifer an den Strand und war erstaunt über die Massen an Plastikmüll, der dort angespült wurden. Seither hat sie immer wieder Müll an den Stränden gefunden. Einige Beispiele dieser Funde sehen Sie hier als Bilder angehängt.

Was auffällt: das Mindesthaltbarkeitsdatum geht sogar bis in die 70er Jahre zurück und trotzdem sind die Teile noch gut erkennbar, teilweise nur wenig beschädigt. Das muss uns zu denken geben!

Ebenso macht der Umstand nachdenklich, dass mittlerweile bereits in den Mägen hunderter Meerestierarten Plastik gefunden wurde und dass der Eissturmvogel schon jetzt durchschnittlich 40 Plastikteile in seinem Magen hat. Bilder dazu finden Sie ebenfalls angehängt.

Zum Vergleich, wie das Verhältnis von 40 Plastikteilen im Magen des Eissturmvogels zum menschlichen Magen aussieht, sehen Sie zudem ein Bild angehängt, auf dem ich einen Beutel mit Plastikmüll halte. Das sind die 40 Plastikteile des Eissturmvogels, auf unsere Körpergröße hochgerechnet.

→ Eine ziemlich große Menge, die unseren Magen aufblähen lassen würde, die wir aber nicht ausscheiden könnten und die zur Folge hätte, dass wir mit vollem Magen verhungern würden.

So ergeht es den Eissturmvögeln.

Nils Guse und sein Kollege Stefan Weiel der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, die sich bereits seit vielen Jahren mit dieser Thematik auseinandersetzen, brachten diese Zahlen mit Besorgnis vor.

Auch die Auswirkungen auf das Weltnaturerbe Wattenmeer blieb nicht unerwähnt und weiter auch die Problematik des durch den Klimawandel ansteigenden Meeresspiegels, der laut Harald Förster von der Wattenmeerschutzstation und Hans-Ulrich Rösner vom WWF Deutschland in 2100 bereits 100m über dem heutigen liegen wird.

Als Resümee waren sich alle einig, dass wir das Problem des Verpackungsmülls an der Wurzel bekämpfen müssen: Weniger und plastikarme Verpackungen sind der Weg!

Leider ist Abfallrecht immer noch Bundesrecht, so dass wir auf Landesebene keine Gesetze erlassen könnten, die uns auf diesen Weg führen. Unsere Aufgabe muss es daher zum einen sein, dass Thema (Plastik-) Verpackungen immer wieder in die Öffentlichkeit zu bringen, um so den Druck auf Hersteller, Handel und Bundespolitik weiter aufrecht zu erhalten. Zu diesem Zweck ist es hilfreich, wenn Sie Beiträge, Artikel und Bilder mit dieser Botschaft möglichst oft teilen.

Zum anderen werde ich mich nach der Sommerpause mit meinem Team zusammensetzen und überlegen, wie wir das Thema auf Landesebene weiter voran bringen können.

Als Konsument*innen und Endverbraucher*innen können wir aber ebenfalls eine Menge tun:

→ Zum Beispiel, indem wir die App ReplacePlastic aufs Handy laden und alle Produkte, die wir zu Hause haben, einscannen. So werden gebündelt sehr freundlich gehaltene Emails an die Hersteller versandt, mit der Bitte, weniger Verpackung um ihre Produkte zu bauen.

→ Weiter können wir wann immer möglich beim Einkauf darauf achten, Produkte mit weniger Verpackung zu kaufen (auch wenn sich das oft schwierig gestaltet!).

Und übrigens können wir als Endverbraucher*innen noch einen weiteren wichtigen Beitrag leisten:

→ Indem wir Verpackungen in ihre verschiedenen Komponenten teilen, bevor sie in den Gelben Sack wandern (zB Aluminiumdeckel vom Joghurtbecher, Verschlusskappe von Milchtüten und Zahnpasta etc).

So können wir die Recyclingquote positiv beeinflussen, die derzeit nur bei traurigen 15,6% liegt!

Gegentrend zum Plastikkonsum: ZERO WASTE

03.07.2019

Bürgerwärme

... so könnte man das Prinzip von Get2Energy nennen, einem innovativen Unternehmen, das Gras zu Pellets umwandelt, die dann wiederum zum Heizen von Wohngebieten mit bis zu 530 Haushalten genutzt werden sollen.

Die "Umwandlungsanlage" (BtE3000) wie auch das Miniatur-Heizkraftwerk sollen beide von dieser Firma aufgestellt und unterhalten.


Anspruch dieses Unternehmens (die ursprünglich aus der Windenergie kommen):

NUTZEN WAS DA IST!

Die Umsetzung soll folgendermaßen aussehen:

  1. Potentialanalyse in einem bestimmten Radius
  2. Aufstellung der eigenen "Umwandlungsanlage" beim lokalen Abfallunternehmen, um Pellets vor Ort zu produzieren
  3. Beheizen der eigenen Kraftwerke in den umliegenden Wohngebieten

Vorteile dieser innovativen Idee:

  • die Anforderungen an den "Grünschnitt" sind gering
  • es besteht keine Konkurrenz zu Tierfutter oder Landwirtschaft - das Unternehmen will hier ausdrücklich nicht in die Bewirtschaftung von Grünflächen gehen, sondern nur Reste/Abfallstoffe nutzen
  • es findet eine 90-95%tige Verwertung dieser "Reste" statt
  • es wird ein Regelbrennstoff hergestellt: immer gleiches Material rein, dadurch gleiche Emissionen raus. Das macht das ganze System planbar für einen störungsfreien Betrieb
  • das Ganze ist in kleineren Maßstab gedacht (bis 530 Haushalte pro Anlage) und daher eine denkbare Option auch für kleinere Kommunen

Aus Sicht der Nachhaltigkeit, halte ich das für ein interessantes Konzept.

Geschichten an der Frischetheke

02.07.2019

IN: ReCup - OUT: Einwegbecher!

Lübeck hat per Ratsbeschluss die Trendwende beschlossen: ReCup - Becherpfandsystem.  Bei ONE Fairtrade Kaffeerösterei in Lübeck habe ich mir zeigen lassen, wie dieses Becherpfandsystem funktioniert:

Der Kunde zahlt €1,00 Pfand für einen ReCup-Becher, erhält sein Warmgetränk darin und kann es bei der nächsten Kaffeelust in jedem x-beliebigen Café, das ebenfalls ReCups anbietet, dort seinen Becher eintauschen und erhält einen neuen. Einfach zu handhaben für beide Seiten und es spart den Café-Betreiber auch noch Kosten für die Einwegbecher. Eigentümer der Kaffeerösterei, Axkut Kayabas bestätigte mir, dass ReCup sehr gut von den Lübecker*innen angenommen wird.

Auch Bruno und Michelle aus unserer Lübecker Fraktion berichteten - nicht ganz ohne Stolz - dass bereits viele Cafés in Lübeck an dem Becherpfandsystem teilnehmen → mit steigender Tendenz.

Ein echtes Vorbild auch für andere Kommunen!

Tauschen statt Kaufen! Die Jugend macht's vor...

01.07.2019

Eine Recyclingquote von nur 15%

Heute habe ich die GAB Umweltservice in Kummerfeld besucht. Dort werden 12 verschiedene "Produkte" aus dem Gelben Sack für 8 verschiedene Duale Systeme vorsortiert. Als Laie steht man mit großen Augen vor dieser Anlage, in welcher Fließbänder kreuz und quer über, unter, vor und hinter einem vorbei laufen. Am Ende kommt raus, was am Anfang rein kam: ein buntes Meer aus Kunststoffen. Ich wurde sehr nachdenklich, nachdem ich gesehen habe, welche Massen an Verpackungsmaterial diesen aufwändigen Prozess durchlaufen und am Ende (bislang 70% und seit 2019) 50% nicht sortierter Müll wieder heraus kommt, der dann "thermisch verwertet" - also schlicht verbrannt wird, was wiederum eine enorme Umweltbelastung durch CO2 bedeutet. Da ist der Umstand, dass unser Wasser in Pinneberg durch die Thermische Verwertung beheizt wird, nur ein schwacher Trost.

Wir müssen irgendwie einen Weg aus dieser Konsum- und Wegwerfgesellschaft finden, denn wir produzieren eindeutig zu viel (Plastik-) Müll!!

Übrigens bezieht sich die Zahl 50% auf die gesetzlich festgelegte Sortierungsquote. Laut Plastikatlas der Heinrich Böll Stiftung werden gerade mal 15,6% Kunststoffe in Deutschland recycelt, weltweit sogar nur 14%

Hier gehts zum Plastikatlas.

Achso und einen wichtigen Hinweis habe ich dort noch einmal mit auf den Weg bekommen:

Plastiktüten gehören nicht in den Biomüll, auch nicht die abbaubaren! Erstes Problem ist, dass die Kunststoffe länger zum Abbauen brauchen, als die Dauer auf die die Anlagen ausgelegt sind und zweites gibt es eine Menge "Bio-Plastiktüten", die überhaupt nicht abbaubar sind, sondern maximal aus nachwachsenden Rohstoffen erzeugt wurden. Wer sich näher für dieses Thema interessiert, hier entlang zu einem informativen Beitrag von Deutschlandfunk.

Unverpackt Einkaufen: So geht's

01.07.2019

Wöchtenlich nehmen wir eine EC-Karte zu uns

Jeder von uns nimmt über die Nahrung und Atmung wöchentlich 5g Mikroplastik auf - so viel wie eine EC-Karte. Leider wissen wir noch nichts darüber, was das für unseren Körper für schädigende Auswirkungen hat.

Mein erstes Gespräch mit dem NABU Naturschutzbund in Plön war sehr informativ. Inhaltlich ging es vor allem um Mikroplastik in unserer Umwelt, in unseren Böden, in uns. Alles scheint bereits kontaminiert, aber nur wenig erforscht. Vor allem die Sache mit dem Plastik in unseren Böden ist ein immenses Problem.

Laut Dagmar Struß vom NABU ist die Belastung unserer Böden 32x höher als die der Meere. Wem klar ist, wie viel Plastik bereits in unseren Meeren schwimmt, der bekommt eine Ahnung davon, wie gross auch dieses Problem ist.

Aber was tun?

"Wir sollten uns keine komplizierten Dinge ausdenken, sondern an der Basis anfangen.", so Ingo Ludwichsowski vom NABU. Auch wir Grüne sind dieser Meinung und fordern daher eine Plastiksteuer. Denn nur wenn Verpackungen verteuert werden, werden sich Alternativen durchsetzten.

Ein zweites sehr interessantes Thema war die Abfallberatung, die der Kreis Plön dem NABU übertragen hat. Nachahmenswert! Denn es macht einen Unterschied, ob Bürger*innen in Sachen Abfall von Naturschutzverbänden, Behörden oder Abfallwirtschaftsunternehmen beraten werden. Gerade wenn es um Nachhaltigkeit geht, kann ein Naturschutzbund noch mal ganz anders aufklären, als eine Behörde oder ein Wirtschaftsunternehmen.

Eine Übersicht aller Termine finden Sie hier:       Mehr »

WUSSTEN SIE...


... dass nur 15% des Gelben Sackes recycled werden?

(Über 60% werden schlicht verbrannt, der Rest ins Ausland exportiert. Gleichzeitig sind wir Deutschen die größten Verpackungsmüll-Produzenten in ganz Europa. Jeder von uns produziert durchschnittlich 220kg Verpackungsmüll pro Jahr!)   Mehr »

URL:https://eka-von-kalben.de/unterwegs-in-sh/muelltour-2019/