3.Stop Blaulichttour: Integrierte Rettungsleitstelle Kiel

Anlaufstelle für Notrufe von über 600.000 Menschen

Notrufe, die aus Kiel oder den Kreisen Rendsburg-Eckernförde und Plön abgesendet werden, kommen in meiner dritten Station, der integrierten Regionalleitstelle in Kiel, an.

Der Amtsleiter Herr Hinz und sein für Kollege Dr Michael Corzillius, der für das Medizinische zuständig ist, erklären mir, dass die Zahl dieser Notrufe schon seit einigen Jahren sehr ansteigt. Dies sei zwar zum Teil durch den demographischen Wandel bedingt, aber auch zunehmend schlechtes Wetter habe einen Einfluss darauf gehabt und eine Veränderung in der Haltung von Bürger*Innen, die immer schneller bereit seien, den Rettungswagen oder die Feuerwehr zu rufen.

Die Leitung hier ist sehr kritisch gegenüber den Plänen der Jamaika-Koalition für ein neues Rettungsdienstgesetz. Sie befürchten, dass eine stärkere Privatisierung des Rettungsdienstwesens das Gesamtsystem in Gefahr bringen würde. Völlig einig sind wir uns in dem Punkt, dass der Staat die Sicherheit von Leib und Leben ihrer Bürger*Innen gewähren muss, unabhängig davon, welche Anbieter auf dem Markt der Rettungsdienste tätig sind. Das Hauptplädoyer lautet hier: Weiterhin muss es ein System geben, dass alle Rettungseinsätze erfasst und steuert, damit Menschen nicht aus dem Versorgungsnetzwerk fallen. Auch für einen Katastrophenfall muss es eine Struktur geben, um sicher zu stellen, dass die Einsatzkräfte präsent und einsatzbereit sein.

Eine kleine Einführung in aufwendige Abrechnungssysteme, Probleme mit der Fachkräftesuche und die neue Methode der Telefonreanimation beenden für heute Vormittag das kleine Seminar für mich, welches die Rettungsleitstelle in Sachen Notruf und Rettung vorbereitet hat.

Die Anliegen nehme ich gerne mit, die Botschaften sind angekommen.

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