Ein Tag voller Nachhaltigkeit, in Kita`s den Unterschied machen!

Pinneberg. Das UNESCO Weltaktionsprogramm „Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE)“ wurde bereits 2015 von den Vereinten Nationen ins Leben gerufen. Ziel des Programms ist es, Menschen zu zukunftsfähigem Denken und Handeln zu befähigen, was in unserer heutigen Zeit mit einem zunehmenden bedrohlichen Klimawandel sowie einer fortschreitenden Digitalisierung unerlässlich ist. 

Um das Konzept des BNE noch bekannter zu machen und voranzutreiben will die Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen mit Besuchen vor Ort vor allem im Bereich der Bildung verschiedenste Projekte, die sich mit Nachhaltigkeit auseinandersetzen, in den öffentlichen Fokus rücken.

So besuchte die Landtagsabgeordnete und bildungspolitische Sprecherin Ines Strehlau drei Kindertagesstätten im Kreis Pinneberg, die durch die Bildungsinitiative Kita21 ausgezeichnet wurden. Bei den Besuchen wurden die jeweiligen Kita21-Projekte vorgestellt und veranschaulicht.

Deutlich wurde, dass im Kita-Bereich das Thema Nachhaltigkeit vor allem mit Ernährung, nachwachsenden Rohstoffen und Lebensmitteln in Verbindung gebracht wird. So hat sich das Johanniter-Haus „Kleine Wilde“ in Quickborn der Gärtnerei und teilweiser Selbstversorgung verschrieben. Neben dem Anbau von Obst, Gemüse und Kräutern werden auch Marmeladen selber eingekocht oder Apfelsäfte gepresst. Diese Leckereien werden in einem täglichen nachhaltigen und gesunden Frühstückbüfett verarbeitet. „Wir verstehen Frühstück als Bildungsangebot“, so Nicole Thele, Kitaleiterin der „Kleinen Wilden“, „neben dem Wissen über die Herkunft und Zubereitung der Lebensmittel, erlernen die Kinder beim Vor-, Zu- und Nachbereiten des Frühstückes auch kognitive und feinmotorische Fähigkeiten.“ Die „Kleine Wilde“ wurde in diesem Zuge nicht nur mit der Kita21-Auszeichnung bedacht, auch am Projekt „NaturErleben“, gefördert durch die Bingo!Umweltlotterie, nahm diese teil.

Neben „gesunder Ernährung“ wurde in der DRK Kindertagesstätte Rellingen-Egenbüttel im Rahmen der „Kita21- Die Klimaretter“ Auszeichnung außerdem das Thema Wasser eingehend beleuchtet, was, so Kitaleiterin Nadine Joswig, sich durch den sehr trockenen Sommer in 2018 angeboten habe. „Die Kinder waren sehr interessiert daran zu erfahren, was eine Polarschmelze ist, wie der Eisbär überleben kann und wie wir mit Wasserknappheit umgehen können“, so Joswig. Zu diesem Zweck gab es ein mehrwöchiges Projekt, in welchem die Kinder mit Wasser und Eis experimentieren konnten. Der Nachhaltigkeit wegen ersetzte diese Kindertagestätte außerdem das alljährliche Sommerfest durch einen Naturerlebnistag, bei welchem die Kinder gemeinsam mit ihren Eltern ein ressourcenschonendes und nachhaltiges Picknick veranstalten. „Nachhaltigkeit bedeutet eben auch, dass die Kinder Ihr neu erlerntes Wissen an die Eltern weitertragen.“, betonte Landtagsabgeordnete Strehlau am Ende dieses Besuches.

Beim Besuch der ev. Kindertagesstätte Stephanskirche in Schenefeld wurden die Landtagsabgeordnete Strehlau sowie die grüne Vertreterin der Schenefelder Ratsfraktion, Doris Knabbe, von den 8-9 jährigen Hortkindern interviewt. Dabei war eindrücklich zu sehen, dass sich – entgegen der Meinung einiger bekannter Politiker – auch die kleinsten unserer Gesellschaft schon umfangreich mit Umweltschutz und Klimawandel auseinandersetzten. Eindrückliche Fragen wie „Was macht die Politik gegen das Bienensterben?“, „Was wird für den Tierschutz getan?“ oder „Was können wir gegen das ganze Plastik tun?“ wurden von Landtagsabgeordneten Strehlau und ihrer grünen Kollegin mit Freuden beantwortet. „Wir dürfen der nachfolgenden Generation nicht absprechen, dass sie sich um ihre Zukunft Gedanken und vielleicht auch Sorgen machen.“, konstatierte grüne Kommunalpolitikerin Knabbe im Anschluss. Kitaleitung Julia Thiel war sichtlich stolz auf das bereits vorhandene Umwelt-bewusstsein ihrer Hortkinder, welches nicht von ungefähr kommt, denn auch die ev. Kindertagesstätte Stephanskirche tut eine Menge, um in Sachen Nachhaltigkeit eine Vorbildsfunktion zu sein. So wird beispielsweise nur noch stilles Wasser aus der Leitung angeboten, statt wie zuvor in Flaschen und Fleisch sowie Fisch wird nur einmal wöchentlich angeboten. Und dabei soll es nicht bleiben. „Für das kommende Jahr, streben wir an „Leuchtturm-Kita“ zu werden“, so Thiel.

Aus allen Gesprächen dieses Tages war deutlich zu vernehmen, dass derartige Projekte nicht nur den Kita-Alltag verändern, sondern dass der respektvolle Umgang mit den uns (noch) zur Verfügung stehenden Ressourcen - kurz Nachhaltigkeit - über die Kinder auch weiter in die Gesellschaft getragen werden. „Der Klimawandel lässt sich nicht mehr leugnen. Deswegen ist es umso wichtiger, dass wir unseren Kindern jetzt die Kompetenzen vermitteln, die sie brauchen, um mit zukünftigen Herausforderungen umgehen zu können. Auch muss sich die Gesellschaft jetzt wandeln, um unseren Kindern eine gerechte Zukunft zu ermöglichen. Die drei Kindertagesstätten, die ich heute kennenlernen durfte, leisten, wie auch schon viele andere, einen großen Beitrag dazu. Ich bedanke mich ausdrücklich bei den Kita-Leitungen für so viel Engagement, denn hier wird ganz ohne den erhobenen Zeigefinger Umweltschutz gelebt.“ so Landtagsabgeordnete Strehlau zum Abschluss des Tages.



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