22.10.2018

Kummer um das Kirchenasyl

Haus St. Ansgar, Kloster Nütschau. Travenbrück.

„Die Geflüchteten sind auch eine Chance, seinen christlichen Glauben zu zeigen.“, mahnte Bruder Benedikt vom benediktinischen Kloster Nütschau, als er vergangenen Mittwoch die Fraktionschefin der grünen Landtagsfraktion, Eka von Kalben, im Rahmen ihrer religionspolitischen Tour traf.

Selbstverständlich sprach Bruder Benedikt nicht nur von sich und nicht nur von den Christen und Christinnen. Ihm ging es mehr darum, vor dem Hintergrund der leider oft negativ geführten Debatte um die Flüchtlingssituation an die Nächstenliebe, die in allen Religionen gepredigt wird, zu appellieren.

Der Kummer um die Neuregelung des Kirchenasyls war Bruder Benedikt ins Gesicht geschrieben. Es gäbe keine Verlässlichkeit mehr. Die 4-wöchige Frist zur Abgabe der sog. Dossiers sei eine enorme Herausforderung und teilweise schlicht nicht möglich einzuhalten, wenn zum Beispiel medizinische Gutachten erstellt werden müssten. Scharf kritisiert wurde auch die Dublin-Regelung, nach der Geflüchtete in das Einreise-Land zurück abgeschoben werden könnten. Für die Geflüchteten sei dies „eine menschliche Katastrophe“, so Bruder Benedikt, denn nirgends seien diese Menschen willkommen. Vor allem für die eritreischen Frauen, die bereits auf ihrer Flucht viel Leid, oft durch Missbrauch, erfahren haben, sei dies ein schlimmes Schicksal, da diese nach Italien in die Obdachlosigkeit zurück geschickt würden, wo sie keinen Schutz fänden. Italien gelte zwar als „sicher“, allerdings seien die Gegebenheiten vor Ort für Geflüchtete dramatisch schlecht.

Das Kirchenasyl wird vielfach kritisiert, weil es ein Sonderrecht in unserem Rechtsstaatssystem bildet. Deshalb kommt es immer wieder zu politischen Auseinandersetzungen zu diesem Thema.

Auch Beate Bäumer vom Erzbistum Hamburg ergänzte: „Was heute noch galt, ist morgen schon nicht mehr aktuell“. Mittlerweile würden die wenigstens Dossiers vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) genehmigt. Eka von Kalben stimmte der schwierigen Situation um die Neuregelung des Kirchenasyls zu und schlug in diesem Zug vor, in ein paar Monaten noch einmal für eine Analyse der Veränderungen durch die Neuregelung zusammenzukommen.

Eka von Kalben stellte zum Abschluss des Gespräches unmissverständlich klar, dass sie voll und ganz hinter dem Kirchenasyl stehe: „Die Brüder bieten Menschen in großer Not eine Heimat auf Zeit. Das ist gut so und muss auch so bleiben!“

Begleitet wurde Eka von Kalben von ihren grünen Stormarner Fraktionären: Stefan Kehl und Uwe Schreiber.

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(Foto: Daniela Hartmann)
Haus St. Ansgar, Kloster Nütschau
(Foto: Daniela Hartmann)
Personen von links nach rechts:
Stefan Kehl, Bruder Benedikt, Eka von Kalben, Beate Bäumer, Uwe Schreiber
URL:https://eka-von-kalben.de/presse/pressemitteilungen/expand/693204/nc/1/dn/1/