22.10.2018

Religionsunterricht und Kirchenarbeitsrecht - Thementag in Flensburg

Europa-Universität, Flensburg. Ein spannender Austausch mit Dr. Claudia Richter an der Europa-Universität Flensburg über den Religionsunterricht in Schleswig-Holstein stand am vergangenen Dienstag (16.10.2018) auf dem Programm der religionspolitischen Tour von Eka von Kalben, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Kieler Landtag.

Thematisiert wurde der Religionsunterricht, den Frau Dr. Richter mit ihrer Dissertation um die „Bedeutung der Lebenswirklichkeiten von Schüler*innen für den Subjektbezug im Religionsunterricht“ unter die Lupe nahm. Es folgte ein spannender, auch teils kontroverser Austausch.

„Ich bin nach wie vor davon überzeugt, dass es sinnvoll ist, einen Unterricht, in dem es um Glauben und Werte geht, im Klassenverband durchzuführen“ , sagte Eka von Kalben dazu. Gerade in einer auseinanderdriftenden Gesellschaft sei es gut, Kindern und Jugendlichen gemeinsam ein Fundament zu geben. Frau Dr. Richter stimmte dieser Aussage zu und ergänzte, dass es darüber hinaus dennoch wichtig sei, dass sich jedes Kind ein eigenes Fundament bauen könne.

Unabhängig von geltenden Verfassungsvorgaben bedürfe es einen Unterricht für alle Glaubensformen mit oder ohne Religion, darin waren sich beide Gesprächspartnerinnen einig.

 

Evang. – Luth. Diakonissenanstalt, Flensburg. Weiter auf ihrer religionspolitischen Tour ging es danach in die Evang.- Luth. Diakonissenanstalt zu Flensburg, kurz: DIAKO, wo Eka von Kalben von ihrem Landtagskollegen Rasmus Andresen sowie Ratsfrau Ellen Kittel-Wegener von der Grünen Fraktion in Flensburg begleitet wurde.

Schwerpunktthema dieses Termins war das Kirchenarbeitsrecht. Mit einem sehr offenen Umgang hinsichtlich der Religions-Zugehörigkeit, beschäftigt die DIAKO auch Mitarbeiter*innen, die nicht der Kirche angehören oder sogar einen anderen Glauben als den evangelischen-christlichen haben, so etwa katholische, muslimische oder jüdische Mitarbeiter*innen. „Eine positive Einstellung zu unseren Werten setzen wir allerdings dabei voraus", so Pastor Boten, DIAKO-Vorstand.

Auch die Behandlung, Pflege und Betreuung nicht-christlicher Patient*innen wird dort sehr ernst genommen. So berichtete Pastor Boten, dass Imame die Möglichkeit hätten, die rituelle Waschung infolge eines Verlustes auch direkt vor Ort durchzuführen.

Ethik spielt in dieser christlichen Einrichtung selbstverständlich eine große Rolle. Es ist zum Beispiel im Lehrplan aller Auszubildenden der Pflegeberufe fest verankert, an einem ein-wöchigen Ethik-Seminar teilzunehmen, welches unter anderem den Umgang mit dem Tod thematisiert. „Es gehe darum, den Auszubildenden auch Werkzeug an die Hand zu geben, mit der täglichen Belastung durch Tod und Krankheit der Patent*innen umzugehen und sich dabei selber nicht zu verlieren.", sagte dazu Pastorin und Ethikreferentin Susanne Dinse.

Eka von Kalben resümierte nach dem Termin: „Insgesamt zeigt sich, dass Religion auch hier wieder wertestiftend fungiert und trotz konfessioneller Gebundenheit durchaus offen gelebt werden kann."

zurück

(Foto: Daniela Hartmann)
Personen von links nach rechts:
Ellen Kittel-Wegener, Eka von Kalben, Dr. Claudia Richter, Rasmus Andresen
(Foto: Dr. Anke Bauer)
DIAKO
Personen von links nach rechts:
Ralph Häcker, Susanne Dinse, Schester Hannelore, Eka von Kalben, Pastor Boten, Rasmus Andresen, Ellen Kittel-Wegener, Anna Lammers
URL:http://eka-von-kalben.de/presse/presse-mitteilungen/expand/693218/nc/1/dn/1/