07.03.2019

Staatsvertrag mit den alevitischen Gemeinden

Der gemeinsame Arbeitskreis „Religion“ der Jamaikakoalition hat heute ein Gespräch mit Vertreter*innen der alevitischen Gemeinden aus Schleswig-Holstein geführt. Neben einem allgemeinen Kennenlernen ging es um den geplanten Staatsvertrag mit den alevetischen Gemeinden. Dafür ist es höchste Zeit.

20.02.2019

Antisemitismus geht uns alle an

Heute ist der Fachtag „Antisemitismus geht uns alle an“ im Kieler Landtag. Was kann gegen Antisemitismus getan werden? „Du Jude“ ist laut einer Studie das häufigste Schimpfwort auf deutschen Schulhöfen.

08.11.2018

Förderung jüdischen Lebens

08.11.2018

Haltung gegen Antisemitismus zeigen und die Unterstützung jüdischen Lebens gehören zusammen

Hier geht's zum gesprochenen Wort!

TOP 3 + 25 – Entwurf eines Zustimmungsgesetzes zum Vertrag über die Förderung des jüdischen Lebens; Antisemitismus bereits in der Schule vorbeugen

Dazu sagt die Vorsitzende der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, Eka von Kalben:

 Ob der Angriff auf das jüdische Restaurant in Chemnitz oder die Schändung mehrerer Stolpersteine hier in Kiel: Das sind keine Einzelfälle. Jeden Tag finden in Deutschland vier bis fünf antisemitische Straftaten statt. Mindestens. Denn die Dunkelziffer ist noch viel höher. Und doch glaubt die Mehrheit der Deutschen nicht, dass Antisemitismus wächst. Das berichtete der Deutschlandfunk vor wenigen Tagen.

Ganz anders empfinden das die Betroffenen. Das ist in meinen diversen Gesprächen mit den Jüdischen Gemeinden in Schleswig-Holstein deutlich geworden. Und das war auch Thema beim letzten Jour Fixe Rechtsextremismus, welcher mein Kollege Lasse Petersdotter organisiert.

Jüd*innen bei uns im Land erleben zunehmend Diskriminierung und Bedrohungen in ihrem Alltag. Sie berichten von Angriffen im ÖPNV und auf offener Straße. Briefe aus Israel kommen immer häufiger zerstört, zerrissen oder leer bei den Adressat*innen an. Pakete an Menschen mit jüdischen Namen werden mit dem Hinweis „Empfänger unbekannt“ zurückgeschickt. Stellen Sie sich mal vor, was das mit den Menschen macht.

Das ist nicht nur eine Verletzung des Briefgeheimnisses. Es handelt sich ganz klar um Angriffe auf jüdisches Leben in Deutschland. Und das ist, insbesondere aufgrund der Geschichte unseres Landes, nicht nur beschämend, sondern schlichtweg eine bodenlose Schande.

Es ist ein gutes und längst überfälliges Zeichen, dass nun auch wir als letztes Bundesland einen Vertrag mit den jüdischen Gemeinden schließen. Jüdisches Leben gehört zu Schleswig-Holstein. Und das dafür nun auch eine gesetzliche Grundlage geschaffen wird, ist gut und richtig. Denn damit sorgen wir neben einer besseren Finanzierung auch für ein deutliches Signal, wie wichtig uns jüdisches Leben in Schleswig-Holstein ist. Wir wollen, dass jüdisches Leben sichtbar wird. Denn Dinge, die Menschen fremd sind, führen zu Vorurteilen und Angst.

Wir freuen uns deshalb über die Unterstützung für unseren Antrag, sowohl das Judentum als auch Antisemitismus stärker im Schulunterricht zu thematisieren.

Die AfD wirbt nun auch für Unterstützung bei den jüdischen Gemeinden. Auch hier in Schleswig-Holstein. Mit Verlaub, das ist schon etwas merkwürdig. Und es bleibt unglaubwürdig, meine Damen und Herren von der AfD, solange Ihre Fraktion und Ihr Landesverband sich nicht glasklar von Ihren antisemitischen Parteikolleg*innen distanzieren. Ich denke da beispielsweise an Björn Höcke, der das Holocaust-Mahnmal in Berlin als „Denkmal der Schande“ bezeichnete. Oder an Wolfgang Gedeon, der nicht nur den Holocaust bagatellisiert, sondern darüber hinaus auch noch von einer „Judaisierung“ der Welt spricht. Und selbst wenn Sie sich gegen Antisemitismus aussprechen: Sie bleiben trotzdem unglaubwürdig. Denn Antisemitismus ist eine Form von Rassismus. Sie können sich nicht gegen die Diskriminierung jüdischen Lebens aussprechen und gleichzeitig Muslime und Geflüchtete diskriminieren. Das ist vollkommen inakzeptabel.

Zahlreiche jüdische Institutionen auf Landes- und Bundesebene haben sich übrigens ganz klar von Ihrer Partei und Ihren Positionen distanziert. Sie warnen ihre Mitglieder davor, sich vom Rechtspopulismus blenden und manipulieren zu lassen. Sie lassen sich nicht für Hetze missbrauchen. Sie haben Ihre Partei durchschaut, Herr Nobis.

Diskriminierung ist nie akzeptabel. Und was den Antisemitismus betrifft, haben wir in Deutschland eine ganz besonders große Verantwortung. Zu dieser Verantwortung gehört eine konsequente Haltung gegen Antisemitismus und eine konsequente Unterstützung jüdischen Lebens in Schleswig-Holstein. Beides gehört zusammen.

Vielen Dank.

30.10.2018

"Grüne fordern neuen Religionsunterricht"

"Imame und Rabbiner sollen künftig in den Religionsstunden der Schulen mit unterrichten, fordern die Grünen. So soll allmählich ein „Religionsunterricht für alle“ entstehen. Die Kirchen lehnen ab." Lübecker Nachrichten, Wolfram Hammer

Zum Artikel

25.10.2018

Religionstour - Eindrücke, Erlebnisse, Erfahrungen

Montag, 11:00 Uhr Herrendeichschule Nordstrand

"Es schadet keinem, voneinander zu wissen." (Religionslehrer Jahnke, Herrendeichschule)

Mit diesem einführenden Satz fand der gelungene Tourauftakt meiner religionspolitischen Tour auf Nordstrand in der Herrendeichschule statt. Vorbildlich wird hier Religionsunterricht im Klassenverband mit acht verschiedenen Nationen unterrichtet. Dabei arbeiten die drei christlichen Gemeinden eng zusammen.

Auch hier können Eltern entscheiden, ob ihre Kinder überhaupt am Religionsunterricht teilnehmen sollen. Faktisch wird von diesem Recht aber so gut wie nie Gebrauch gemacht. Die enge Zusammenarbeit auf allen Ebenen und der Tenor, dass "das Leben eines Menschen gelingen soll" (Jahnke), ist den Eltern offenbar wichtiger, als die Frage, ob die eigenen Kinder überhaupt religiös unterrichtet werden sollen.

Dennoch: Auch hier kann der Religionsunterricht oder ein wertevermittelnder Ersatzunterricht nicht ausreichend stattfinden, da es wie überall an Religionslehrer*innen mangelt.

Interessierte Lehramtsanwärter*innen entscheiden häufig, laut Aussage Herrn Rosemanns (ebenfalls Religionslehrer) nach einem Aufenthalt in der Herrendeichschule, zu diesem Fach zu wechseln. An dieser Stelle sieht er Handlungsbedarf bei der Regierung: Student*innen im ersten Jahr muss ermöglicht werden, in die sog. Mängelfächer "hineinzuschnuppern", um eben auch dafür das Interesse zu wecken.

Vielen Dank auch an unsere grünen Nordstrandler, die uns bei diesem Termin begleitet haben.

Pressemitteilung SHZ

Montag, 14:00 Uhr Christian-Jensen Kolleg Breklum

"Herzlich Willkommen in unserem kleinen "Weltkloster"."

So begrüßte mich Pastorin Nora Steen vom Christian Jensen Kolleg. Eine junge moderne Pastorin, die kürzlich das "schwere Erbe der Missionsarbeit Christian Jensens" angenommen hat und wie ihr Vorgänger mit dem "Eine-Welt" Tenor ganz andere Ziele verfolgt, als einst Gründervater Jensen. Ganz in unserer Zeit angekommen, soll es hier um Werte gehen und zum Beispiel die Menschenrechte in der weltweiten Lieferkette beleuchten.

So wunderte ich mich auch nicht, in der "Eine Welt"-Ausstellung das "Zimmer der Religionen" zu finden. Ein Ort, in dem Schuhe und Vorurteile nicht erwünscht sind. Hier werden die großen Religionen der Welt nicht nur dargestellt, sondern auch auditiv erlebbar gemacht. Ich war sehr beeindruckt, nicht zuletzt auch von vielen weiteren (in meiner Warhnehmung sehr grünen) Ideen.

Herzlichen Dank auch an Stefan Schütt, wirtschaftlicher Geschäftsführer der Einrichtung, der uns bei dieser Runde ebenfalls begleitete.

Pressemitteilung SHZ

 

Montag, 18:00 Uhr Soka Gakkai International Husum

"Du bist vollkommen ausgestattet, zweifel nicht an deinem Leben."

Chanten mit Buddhisten - Zu Gast bei der Soka Gakkai International, Ortsgruppe in Husum.

Diese, als Laiengemeinschaft organisiert, treffen sich in kleineren Gruppen einmal wöchentlich privat, um gemeinsam zu chanten und sich auszutauschen. Chanten ist eine Art Sprechgesang oder ein Gebet, das für viele Menschen, die dieses praktizieren, eine heilsame Wirkung hat. Nach einem einführenden gemeinsamen Gebet hat die Gruppe ihre Beweggründe vermittelt, dem Buddhismus beizutreten.

Nach vielen persönlichen Beiträgen der Mitglieder, brachte es eine auf den Punkt:

Es gibt viele Wege zum Glück, aber dies ist der schnellste.

Es wurde auch offen angesprochen, dass es insbesondere in der Vergangenheit Vorbehalte gegen die Soka Gakkai, die aus Japan stammt, gegeben hat. Mein Eindruck von diesem Treffen war, dass es sich hier um selbstbestimmte Menschen handelt, die sich gegenseitig stärken und in dem Sprechen der Sutras große Unterstützung finden.

Pressemitteilung SHZ

 

Dienstag, 10:30 Uhr Europa-Universität Flensburg

Einen spannenden Austausch hatte ich mit Dr. Claudia Richter an der Flensburger Uni über den Religionsunterricht in Schleswig Holstein.

Ich bin nach wie vor davon überzeugt, dass es sinnvoll ist, einen Unterricht, in dem es um Glauben und Werte geht, im Klassenverband durchzuführen. Gerade in unserer auseinanderdriftenden Gesellschaft ist es gut, Kindern und Jugendlichen gemeinsam ein Fundament zu geben.

Wichtig bleibt aber dabei, dass sich jedes Kind ein eigenes Fundament bauen kann. Das bedeutet, wir brauchen, unabhängig von Verfassungsvorgaben, einen Unterricht für alle Glaubensformen mit oder ohne Religion.

Vielen Dank an meinen Kollegen und Landtagsabgeordneten Rasmus Andresen sowie Ellen Kittel-Wegener (Ratsfrau in Flensburg) für die Begleitung zu diesem Termin.

Dienstag, 13:00 Uhr Diakonissenanstalt Flensburg

Weiter auf meiner religionspolitischen Tour ging es in die Evang.-Luth. Diakonissenanstalt zu Flensburg, begleitet von meinem Landtagskollegen Rasmus Andresen sowie Ratsfrau Ellen Kittel-Wegner von den Flensburger Grünen.

Natürlich ging es in diesem Termin auch um das Kirchenarbeitsrecht. Anders, als man annehmen würde, pflegt die Diakonie hier einen sehr offenen Umgang hinsichtlich der christlichen Zugehörigkeit, denn sie stellen auch Mitarbeiter*innen ein, die nicht in der Kirche sind oder einer anderen Glaubensgemeinschaft angehören.

Auch die Behandlung, Pflege und Betreuung nicht-christlicher Patient*innen wird hier sehr ernst genommen. So erzählte mir Pastor Boten, dass Imame die Möglichkeit hätten, die rituelle Waschung infolge eines Verlustes auch direkt vor Ort durchzuführen.

Ethik spielt ebenso auch während der Ausbildung eine große Rolle, so ist zum Beispiel ein ein-wöchiges Ethikseminar für alle Auszubildenden fest in den Ausbildungsplan verankert.

Insgesamt zeigt sich, dass Religion auch hier wieder wertestiftend fungiert und trotz konfessioneller Gebundenheit durchaus offen gelebt werden kann.

Dienstag, 16:00 Uhr Ahmadiyya Muslim Gemeinde Schleswig

"Liberal ist jeder, bis eine Moschee um die Ecke steht" 

so Hr. Chaudry, Vorsitzender der Ahmadiyya Gemeinde in Schleswig, der mich zusammen mit Imam Ghuman und einigen Frauen aus der Gemeinde empfing.

Das klingt zunächst einmal provokativ, gibt aber die Wahrnehmung wieder, die wahrscheinlich nicht nur diese muslimische Gemeinde hat. Mit meinem Besuch haben wir erneut eine Brücke gebaut und es zeigt sich, wie wertvoll der gemeinsame Austausch ist.

Nicht nur haben wir von der Initiative "Lajna Immailah" erfahren, bei der mit dem Statement "Ich bin eine Muslima, haben Sie Fragen?" Frauen aus der Gemeinde versuchen, mit den Menschen auf der Straße in den Dialog zu treten. Auch haben wir unser Befremden über die unterschiedliche Begrüßung von Männern und Frauen zum Ausdruck gebracht, das zB seitens des Imams aufgrund der für ihn im Vordergrund stehenden religiösen Riten so noch nicht bedacht wurde.

Es zeigt, dass man durch den Dialog gegenseitigen Respekt erfahren und vermitteln kann. Dies ist einer der sehr wichtigen Schritte, die wir unbedingt gehen müssen, wenn wir dem derzeitigen Rechtsruck in unserer Gesellschaft etwas entgegen halten wollen.

Am Ende ist die Rechnung ja ganz einfach: Wir sind alle Menschen. Und nur über das persönliche Gespräch kann es uns gelingen, Vertrauen aufzubauen!

Mittwoch, 10:00 Uhr Jüdische Gemeinde Lübeck

"Abschottung verhindert lässigen Umgang",

sagte Architekt Schröder bei der Begehung der Synagoge der jüdischen Gemeinde in Lübeck, als wir den Restaurierungsfortschritt besichtigten, bei dem jetzt im letzten Bauabschnitt 4 in Millimeterarbeit alte Wandmalereien freigelegt werden.

Bei der Vorstellung des Sicherheitskonzeptes ergab sich eine Diskussion um die Frage, ob ein 2 Meter hoher Zaun und eine Sicherheitsschleuse wirklich nötig seien oder ob dies längerfristig nicht eher eine Distanz zur Öffentlichkeit schaffe. Im Gespräch mit der Gemeinde wurde allerdings sehr deutlich, wie wichtig derartige Sicherheitsmaßnahmen für die Gemeinde sind. Offenbar findet seit einiger Zeit jährlich Vandalismus auf dem jüdischen Friedhof statt, während die Synagoge seit dem letzten Brandtanschlag in 1995 nicht mehr angegriffen wurde. Die Gemeinde führt das auf die dortige 24 Stunden Polizei-Präsenz zurück. Auch ich bin mit Blick auf die gesellschaftliche Entwicklung dankbar für diese Sicherheitsmaßnahmen.

Wir wollen, dass wieder ein lebendiges jüdisches Leben in Lübeck möglich ist und hoffen daher sehr, dass die bis Ende nächsten Jahres fertig gestellte Synagoge einen Beitrag dazu leistet.

Die jüdische Gemeinde nimmt übrigens auch jetzt schon regelmäßig am interreligiösen Dialog teil und war sehr angetan von unserer Idee, den Religionsunterricht an den Schulen noch interreligiöser zu gestalten.

Begleitet wurde ich zu diesem Termin übrigens von meinen Kollegen*innen der grünen Fraktion in Lübeck.

Pressemitteilung Lübecker Nachrichten

Mittwoch, 13:30 Uhr Kloster Nütschau Travenbrück

"Hier findet Bildung der Herzen und der Menschen statt",

sagte Bruder Benedikt während der Besichtigung des Haus St. Ansgar, Kloster Nütschau.

Das spürte ich hier deutlich! Wer die Erwartung hat, in ein ruhiges, beschauliches Klosterleben einzutauchen, kann im Nütschauer Kloster Haus St Ansgar enttäuscht werden. Wer aber viele fröhliche Menschen im Austausch erleben möchte, kommt hier auf seine Kosten.

Auch im gemeinsamen Austausch zum Kirchenasyl habe ich diese Herzenswärme gespürt. Die Brüder bieten Menschen in großer Not eine Heimat auf Zeit. Das ist gut so und muss auch so bleiben!

Danke auch an Uwe Schreiber und Stefan Kehl von den Grünen Stormarnern, die mich zu diesem Termin begleiteten.

Donnerstag, 10:00 Uhr Islamische Gemeinde Neumünster e. V.

"Wir sind Scheidungskinder, die geschont und gestärkt werden müssen", 

so beschreibt Mehmet Karaoglu, Vorsitzender des Bündnisses der islamischen Gemeinden Norddeutschland e.V. die Situation der Deutsch-Türken.

Erdogan wirbt mit starker Rethorik, die an die Emotionen appelliert, in Deutschland hingegen verurteilen wir unsere türkisch-stämmigen Bürger*innen für ihre Nähe zu Erdogan. Dürfen wir uns da wundern, wenn die Spaltung zunimmt?

Umso herzlicher wurde ich als Vertreterin der Landes-Politik von Herrn Fatih Mutlu und weiteren Gemeindevertretern der Islamischen Gemeinde Neumünster e.V. willkommen geheißen. Der Staatsvertrag mit muslimischen Gemeinden, der Umgang mit DTIB sowie die Zukunft des Religionsunterrichts wurden ebenfalls intensiv diskutiert. Ein wichtiger Punkt, den ich neben dem Thema Staatsvertrag in die Landespolitik nehme, ist die dringende Notwendigkeit eines Lehrstuhles für islamische Theologie in Flensburg. Nur wenn wir Imame auch in Deutschland ausbilden, können wir verhindern, dass im Ausland geschulte Imame "importiert" werden, die alltagsfremde Predigen halten.

Ein schöner Umstand, dass unsere Tour in die Herbstferien fiel, war außerdem, dass die Jugend-Mädchen Gruppe der Gemeinde ihren wertvollen Input zum Thema Religionsunterricht beitragen konnte.

Danke auch an unsere Grünen Fraktionskollegen aus Neumünster, die mich zu diesem Termin begleitet haben.

Donnerstag, 13:00 Uhr Adeliges Kloster Preetz

Einen schönen Ausflug in eine andere Zeit habe ich im Kloster Preetz erlebt. Das mittlerweile nicht mehr in Betrieb und in die Jahre gekommene Kloster, strahlt noch den Glanz alter Zeiten aus. Eine Ritterschaft, deren Nachkömmlinge das Erbe heute noch verwalten, hatte hier einst das Adelige Kloster aufgebaut. Heute dient die Kirche noch einigen Festivitäten und unter der Verwaltung der neuen Priörin Erika von Bülow wird es sicher bald in altem Glanz neu erstrahlen. Ein Einblick in die alte Bibliothek war ebenfalls sehr fasziniertend.

Donnerstag, 16:30 Uhr Jüdische Gemeinde Bad Segeberg

Zu Gast bei der noch recht jungen - liberalen - jüdischen Gemeinde in Bad Segeberg durfte ich in den jüdischen Glauben eintauchen...

Überrascht war ich nach einem Handout, einem charismatischen Vortrag und einer Führung durch die Synagoge über die Tatsache, dass wir doch weniger über diese Glaubensgemeinschaft wissen, als wir vielleicht annehmen. So wurde mir zB. die Mikwe gezeigt, die in Schleswig-Holstein einmalig ist. Aber wissen Sie, was eine Mikwe ist? Es ist das traditionelle Tauchbad, um sich von ritueller Unreinheit zu befreien und wird mit Regenwasser befüllt. Dies ist wichtig, da das Wasser "lebendig" sein muss. Außerdem ist zu beachten, dass das Wasser nicht durch ein Stahlrohr fließt und dass es 7 Stufen hat. Diese Mikwe hat zwei Umkleidekabinen für Herren und Damen. Ein netter Umstand: Die Damenumkleide ist etwas größer, weil Frauen oft ihre Kinder zur rituellen Waschung dabei haben. Da hat mal jemand mitgedacht...

Fasziniert war ich im Übrigen auch von dem Gebetsraum und all den Kleinigkeiten, die zeigen, dass jemand bei der Konzeptionierung der Räume wirklich mitgedacht hat. So sind zum Beispiel die Stuhlreihen in der Mitte des Gebetsraumes mit Polstern überzogen, während die Bänke rechts und links kahl sind. Begründung? Wenn der Gebetsraum nicht so voll ist, setzten sich die Menschen automatisch auf die "gemütlicheren" Bänke und das Predigen fällt dem Rabbiner leichter, da er nicht in alle Ecken des Raumes predigen muss.

Vielen Dank an meinen Kollegen Peter Stoltenberg von unseren grünen Segeberger Kolleg*innen.

Pressemitteilung Lübecker Nachrichten

Freitag, 13:00 Uhr Christus Zentrum Arche Elmshorn

Beim Besuch des Christus Zentrum Arche (CZA) in Elmshorn stellte sich zunächst einmal die Frage, was eine Freikirche neben der Tatsache, dass sie nicht über die Kirchensteuer, sondern durch Spenden finanziert wird, ausmache. Mein Gesprächspartner, Pastor Hans-Peter Mumssen, erklärte, dass die Freiwilligkeit des Einzelnen oberste Priorität habe. Im CZA werden zum Beispiel keine Babys getauft, sondern nur Menschen, die sich willentlich für ein Leben mit Gott entscheiden. Die Entscheidung, sein Leben mit Gott zu teilen, sei eine persönliche Entscheidung und dürfe nicht aufgezwungen werden, so Mumssen.

Ein weiteres Thema war die Frage, ob die Gemeinde auch Flüchtlinge im Kirchenasyl habe. Theoretisch sei dies möglich, praktisch allerdings schwer umsetzbar, weil täglich rund 120 Menschen Lebensmittel bei der Elmshorner Tafel abholen, dem sozialen Dienst des CZA, der in den Räumlichkeiten der Gemeinde stattfindet. „Außerdem kommen täglich weitere 40 bis 80 Personen zum Mittagstisch der Tafel“, so Dörte Lippold, die diesen Dienst koordiniert.

Im Verlauf des Gespräches erfuhr ich dann von der integrativen Arbeit, die das CZA mit der Elmshorner Tafel leistet. Es wurde berichtet, dass die Arbeit der Tafel mit Eintreten der Flüchtlingssituation zunächst einmal zu einer großen Herausforderung wurde. Kulturen prallten aufeinander und es gab Auseinandersetzungen, mit denen keiner zuvor gerechnet hatte. Trotzdem - und das finde ich ausgesprochen erhellend - setzte man dort gemeinsam mit der Kirchengemeinde auf eine lösungsorientierte Strategie, die am Ende Früchte trug. Heute, so berichtete mir Frau Dörte Lippold, ehrenamtliche Leiterin der Elmshorner Tafeln, gäbe es ein geordnetes und respektvolles Miteinander.

Dass die Flüchtlingswelle aufgrund der unterschiedlichen Kulturen auch bei der Elmshorner Tafel zeitweise für Unruhe sorgte, wurde zwar angemerkt, aber nicht problematisiert. Ein Klima des gegenseitigen Respekts sei oberstes Ziel.

Mittlerweile kommen 30 Geflüchtete regelmäßig zum sonntäglichen Gottesdienst, der simultan über Kopfhörer in Farsi übersetzt wird. Kritisch sei der Umgang mit den Geflüchteten nach Erfahrung von Hans-Peter Mumssen vielfach vor deutschen Gerichten, „wo den asylantragstellenden Menschen nicht geglaubt wird, dass sie Christen sind. Sie werden in Sippenhaft genommen, weil es Einzelne gibt, die den christlichen Glauben nur als Fahrkarte in die deutsche Gesellschaft annehmen. Auch mir als Pastor, der ich immer wieder als Fürsprecher für Einzelne vor Gericht aussage, die ich persönlich kenne und über Monate begleite, wird schlichtweg nicht geglaubt“, so Pastor Mumssen. Als einstige Verwaltungsbeamtin warb ich zunächst einmal für Verständnis, da ich aus eigener und auch aus politischer Erfahrung weiß, dass die Beamt*innen und Sacharbeiter*innen es derzeit nicht leicht haben. Es herrscht nach wie vor Personalmangel und die Berge von Anträgen können nur stückweise abgetragen werden. Trotzdem halte ich dieses Misstrauen seitens der Gerichte bei Prozessen, bei denen Verfolgung aus religiösen Gründen Fluchtursache ist, für sehr schwierig und es bleibt zu überlegen, was hier zu tun ist.

Nichtsdestotrotz helfen mittlerweile einige iranische Mitbürger auch bei der Tafel mit. Gelebte Integration, wie ich finde. Insgesamt war auch dies ein spannender Termin und sicher nicht der letzte.

Vielen Dank auch an meine grünen Kolleg*innen aus Elmshorn für die Begleitung zu diesem Termin.

 

Pressemitteilung Elmshorner Nachrichten

 

Freitag, 16:00 Uhr Alevitische Gemeinde Uetersen

Mein Tourfinale hatte ich bei der alevitischen Gemeinde Uetersen.

Drängendes Thema hier war der STAATSVERTRAG, für den ich mich schon lange einsetze. Es ist von großer Bedeutung für die Gemeinden - nicht nur die Alevitische - diesen Staatsvertrag zu erhalten, denn dieser hat eine enorme Symbolkraft:

Ihr gehört zu uns!

Unsere muslimischen Gemeinden bestehen mehr und mehr aus Menschen, die wie ich hier in Deutschland geboren, aufgewachsen und zur Schule gegangen sind, die sich hier ausbilden lassen haben, die hier eine Famlie gegründet und ein soziales Umfeld haben!

Die Anerkennung ihrer Religion, die die Aleviten in anderen Ländern übrigens nicht ausüben dürfen, ist ihnen daher verständlicherweise umso wichtiger.

Wer sich näher für dieses Thema Staatsvertrag interessiert, findet hier den Staatsvertrag zwischen der Stadt Hamburg und den muslimischen Verbänden als ein mögliches Beispiel.

Pressemitteilung Uetenser Nachrichten

22.10.2018

Religionsunterricht und Kirchenarbeitsrecht - Thementag in Flensburg

Europa-Universität, Flensburg. Ein spannender Austausch mit Dr. Claudia Richter an der Europa-Universität Flensburg über den Religionsunterricht in Schleswig-Holstein stand am vergangenen Dienstag (16.10.2018) auf dem Programm der religionspolitischen Tour von Eka von Kalben, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Kieler Landtag.

Thematisiert wurde der Religionsunterricht, den Frau Dr. Richter mit ihrer Dissertation um die „Bedeutung der Lebenswirklichkeiten von Schüler*innen für den Subjektbezug im Religionsunterricht“ unter die Lupe nahm. Es folgte ein spannender, auch teils kontroverser Austausch.

„Ich bin nach wie vor davon überzeugt, dass es sinnvoll ist, einen Unterricht, in dem es um Glauben und Werte geht, im Klassenverband durchzuführen“ , sagte Eka von Kalben dazu. Gerade in einer auseinanderdriftenden Gesellschaft sei es gut, Kindern und Jugendlichen gemeinsam ein Fundament zu geben. Frau Dr. Richter stimmte dieser Aussage zu und ergänzte, dass es darüber hinaus dennoch wichtig sei, dass sich jedes Kind ein eigenes Fundament bauen könne.

Unabhängig von geltenden Verfassungsvorgaben bedürfe es einen Unterricht für alle Glaubensformen mit oder ohne Religion, darin waren sich beide Gesprächspartnerinnen einig.

 

Evang. – Luth. Diakonissenanstalt, Flensburg. Weiter auf ihrer religionspolitischen Tour ging es danach in die Evang.- Luth. Diakonissenanstalt zu Flensburg, kurz: DIAKO, wo Eka von Kalben von ihrem Landtagskollegen Rasmus Andresen sowie Ratsfrau Ellen Kittel-Wegener von der Grünen Fraktion in Flensburg begleitet wurde.

Schwerpunktthema dieses Termins war das Kirchenarbeitsrecht. Mit einem sehr offenen Umgang hinsichtlich der Religions-Zugehörigkeit, beschäftigt die DIAKO auch Mitarbeiter*innen, die nicht der Kirche angehören oder sogar einen anderen Glauben als den evangelischen-christlichen haben, so etwa katholische, muslimische oder jüdische Mitarbeiter*innen. „Eine positive Einstellung zu unseren Werten setzen wir allerdings dabei voraus", so Pastor Boten, DIAKO-Vorstand.

Auch die Behandlung, Pflege und Betreuung nicht-christlicher Patient*innen wird dort sehr ernst genommen. So berichtete Pastor Boten, dass Imame die Möglichkeit hätten, die rituelle Waschung infolge eines Verlustes auch direkt vor Ort durchzuführen.

Ethik spielt in dieser christlichen Einrichtung selbstverständlich eine große Rolle. Es ist zum Beispiel im Lehrplan aller Auszubildenden der Pflegeberufe fest verankert, an einem ein-wöchigen Ethik-Seminar teilzunehmen, welches unter anderem den Umgang mit dem Tod thematisiert. „Es gehe darum, den Auszubildenden auch Werkzeug an die Hand zu geben, mit der täglichen Belastung durch Tod und Krankheit der Patent*innen umzugehen und sich dabei selber nicht zu verlieren.", sagte dazu Pastorin und Ethikreferentin Susanne Dinse.

Eka von Kalben resümierte nach dem Termin: „Insgesamt zeigt sich, dass Religion auch hier wieder wertestiftend fungiert und trotz konfessioneller Gebundenheit durchaus offen gelebt werden kann."

(Foto: Daniela Hartmann)
Personen von links nach rechts:
Ellen Kittel-Wegener, Eka von Kalben, Dr. Claudia Richter, Rasmus Andresen
(Foto: Dr. Anke Bauer)
DIAKO
Personen von links nach rechts:
Ralph Häcker, Susanne Dinse, Schester Hannelore, Eka von Kalben, Pastor Boten, Rasmus Andresen, Ellen Kittel-Wegener, Anna Lammers

05.09.2018

Religionsfreiheit an öffentlichen Schulen

22.10.2018

Kummer um das Kirchenasyl

Haus St. Ansgar, Kloster Nütschau. Travenbrück.

„Die Geflüchteten sind auch eine Chance, seinen christlichen Glauben zu zeigen.“, mahnte Bruder Benedikt vom benediktinischen Kloster Nütschau, als er vergangenen Mittwoch die Fraktionschefin der grünen Landtagsfraktion, Eka von Kalben, im Rahmen ihrer religionspolitischen Tour traf.

Selbstverständlich sprach Bruder Benedikt nicht nur von sich und nicht nur von den Christen und Christinnen. Ihm ging es mehr darum, vor dem Hintergrund der leider oft negativ geführten Debatte um die Flüchtlingssituation an die Nächstenliebe, die in allen Religionen gepredigt wird, zu appellieren.

Der Kummer um die Neuregelung des Kirchenasyls war Bruder Benedikt ins Gesicht geschrieben. Es gäbe keine Verlässlichkeit mehr. Die 4-wöchige Frist zur Abgabe der sog. Dossiers sei eine enorme Herausforderung und teilweise schlicht nicht möglich einzuhalten, wenn zum Beispiel medizinische Gutachten erstellt werden müssten. Scharf kritisiert wurde auch die Dublin-Regelung, nach der Geflüchtete in das Einreise-Land zurück abgeschoben werden könnten. Für die Geflüchteten sei dies „eine menschliche Katastrophe“, so Bruder Benedikt, denn nirgends seien diese Menschen willkommen. Vor allem für die eritreischen Frauen, die bereits auf ihrer Flucht viel Leid, oft durch Missbrauch, erfahren haben, sei dies ein schlimmes Schicksal, da diese nach Italien in die Obdachlosigkeit zurück geschickt würden, wo sie keinen Schutz fänden. Italien gelte zwar als „sicher“, allerdings seien die Gegebenheiten vor Ort für Geflüchtete dramatisch schlecht.

Das Kirchenasyl wird vielfach kritisiert, weil es ein Sonderrecht in unserem Rechtsstaatssystem bildet. Deshalb kommt es immer wieder zu politischen Auseinandersetzungen zu diesem Thema.

Auch Beate Bäumer vom Erzbistum Hamburg ergänzte: „Was heute noch galt, ist morgen schon nicht mehr aktuell“. Mittlerweile würden die wenigstens Dossiers vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) genehmigt. Eka von Kalben stimmte der schwierigen Situation um die Neuregelung des Kirchenasyls zu und schlug in diesem Zug vor, in ein paar Monaten noch einmal für eine Analyse der Veränderungen durch die Neuregelung zusammenzukommen.

Eka von Kalben stellte zum Abschluss des Gespräches unmissverständlich klar, dass sie voll und ganz hinter dem Kirchenasyl stehe: „Die Brüder bieten Menschen in großer Not eine Heimat auf Zeit. Das ist gut so und muss auch so bleiben!“

Begleitet wurde Eka von Kalben von ihren grünen Stormarner Fraktionären: Stefan Kehl und Uwe Schreiber.

(Foto: Daniela Hartmann)
Haus St. Ansgar, Kloster Nütschau
(Foto: Daniela Hartmann)
Personen von links nach rechts:
Stefan Kehl, Bruder Benedikt, Eka von Kalben, Beate Bäumer, Uwe Schreiber

08.10.2018

Religionspolitische Tour durch Schleswig-Holstein

 

In den vergangenen Jahren hat sich die religiöse Landschaft in Deutschland stark verändert. Der Anteil der Kirchenmitglieder der beiden großen christlichen Kirchen ist stark zurückgegangen, gleichzeitig ist die Zahl der Konfessionslosen und Angehörigen anderer Glaubensgemeinschaften und Religionen deutlich gewachsen.

Für einen Teil der Bevölkerung spielt Religion keine große Rolle mehr, für einen anderen Teil steigt gerade in einer Zeit der Globalisierung und Digitalisierung die Suche nach Sinn und Werten im Rahmen von Religionsgemeinschaften.

Religion bzw. der Religionsdiskurs ist in Politik und Gesellschaft präsent. Sei es hinsichtlich der Frage nach der Integration religiöser Minderheiten, dem Umgang mit bestimmten religiösen Praktiken oder den Herausforderungen im Bereich Religionsunterricht und kirchlichem Arbeitsrecht.

An vielen Stellen sehe ich religionspolitischen Handlungsdruck. Darüber möchte ich mir als religionspolitische Sprecherin ein Bild machen und die Religionslandschaft in Schleswig-Holstein besser kennenlernen. Das Ziel meiner Tour im Herbst zu verschiedenen Religionsgemeinschaften ist:

• Verständnis für verschiedene Religionen, Kulturen und Glaubensgemeinschaften zu wecken,

• den interkulturellen Dialog zu befördern,

• mögliche Probleme aufzunehmen,

• die Situation der Gebetshäuser zu erfahren und

• den vielen ehrenamtlich Tätigen in Kirchen, Moscheen, Synagogen etc. zu danken.

15.10.2018

Tour-Plan, 15. - 19. Oktober 2018

 

MONTAG, 15.10.

11:00 Uhr Herrendeichschule Nordstrand

14:00 Uhr Christian-Jensen Kolleg Breklum

18:00 Uhr Soka Gakkai International Husum

 

DIENSTAG, 16.10.

10:30 Uhr Europa-Universität Flensburg

13:00 Uhr Diakonissenanstalt Flensburg

16:00 Uhr Ahmadiyya Muslim Gemeinde Schleswig

 

MITTWOCH, 17.10.

10:00 Uhr Jüdische Gemeinde Lübeck

13:30 Uhr Kloster Nütschau Travenbrück

 

DONNERSTAG, 18.10.

10:00 Uhr Islamische Gemeinde Neumünster e. V.

13:00 Uhr Adeliges Kloster Preetz

16:30 Uhr Jüdische Gemeinde Bad Segeberg

 

FREITAG, 19.10.

13:00 Uhr Christus Zentrum Arche Elmshorn

16:00 Uhr Alevitische Gemeinde Uetersen

 

Wenn Sie Interesse haben, an einem oder mehrerer dieser Termine teilzunehmen, kontaktieren Sie bitte mein Regionalbüro, Daniela Hartmann unter Tel: 0173 / 267 0950

01.10.2018

Grünes Leitbild - Pluralität gewährleisten

Unser Grundgesetz schützt in Art. 4 die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses eines jeden Menschen.

Der Staat hat sich nicht nur weltanschaulich-religiös neutral zu verhalten, er muss auch offen und übergreifend die Glaubensfreiheit für alle Bekenntnisse gleichermaßen fördern.

Der Schutz vor Diskriminierung und die Gewährleistung der Grundrechte aller ist das Fundament von Freiheit und der nachhaltigen Entfaltung gesellschaftlicher Vielfalt. Religions- und Weltanschauungsfreiheit ist immer auch die Freiheit der anders Denkenden und Glaubenden.

Der säkulare und weltanschaulich neutrale Staat und eine konsequente Freiheitspolitik sind der sichere Rahmen für alle, die einer Religion oder Weltanschauung angehören und zugleich für alle, die keiner Religion angehören wollen.

Gerade das Recht auf Religionsfreiheit braucht einen säkularen Staat!

01.10.2018

Unsere religions-politischen Forderungen

1. Rechte für alle Religionsformen

Wir wollen Staatsverträge mit den alevitischen Gemeinden und perspektivisch mit islamischen Gemeinschaften, um zum Beispiel Bestattungen nach den jeweiligen religiösen und weltanschaulichen Vorschriften zur ermöglichen und gegebenenfalls Feiertagsregelungen anzupassen.

 

2. Religionsunterricht im Klassenverband als Ethik und Weltanschauungsunterricht

Es ist aus unserer Sicht richtig, dass gerade Religionsfragen im Klassenverband besprochen werden. Ganz besonders geeignet ist dafür ein Ethik- und Weltanschauungsunterricht, im Rahmen dessen sich Schüler*innen mit religiös-kulturgeschichtlichen Traditionen auseinandersetzen können. Schule soll die gegenseitige Akzeptanz und den gegenseitigen Respekt stärken, auch zwischen verschiedenen Religionen. Leider lässt unsere Verfassung einen solchen Unterricht zur Zeit nicht zu. Deshalb müssen wir im Rahmen des Systems für Toleranz und Vielfalt werben.

 

3. Kirchliches Arbeitsrecht reformieren

Wir sind der Meinung, dass Beschäftigte in Kirchen und Betrieben kirchlicher Träger die gleichen Rechte brauchen wie alle anderen. Wir wollen Koalitionsfreiheit und Streikrecht als soziale Grundrechte für Arbeitnehmer*innen auch in Betrieben in kirchlicher Trägerschaft gewährleisten. Durch die Änderung des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) und der arbeitsrechtlichen EU-Antidiskriminierungsrichtlinie sollen Ausnahmen für die Religions- und Weltanschauungsgemeinschaft enger gefasst werden.

 

4. Antisemitismus – nicht mit uns

Wir stellen uns Antisemitismus entschieden entgegen. Aus diesem Grund wollen wir uns für die Sensibilisierung in Schulen stark machen und die Gedenkstättenarbeit stärken. Wir fordern, dass jüdische Begegnungsräume finanziell und politisch unterstützt und Synagogen saniert werden.

URL:http://eka-von-kalben.de/meine-themen/religion/