Plastikmüll - alles hängt mit allem zusammen

Die Schlei ist Zuhause für Vögel und zahllose andere Lebewesen, Naherholungsgebiet für die Menschen, die dort leben und Anziehungspunkt für Urlauber*innen. Seit ein paar Monaten ist die Schlei jedoch vor allem mit einem verbunden: mit der katastrophalen Verschmutzung durch unzählige Plastikteile.

Man stelle sich vor: Nicht nur, dass massenhaft Lebensmittel weggeschmissen werden – das allein ist schon schlimm genug – sie landen auch noch mit Verpackung im Bioabfall und werden geschreddert. Auf Robert Habecks Initiative hin hat sich die Umweltminister*innenkonferenz kürzlich für ein Schredder-Verbot verpackter Lebensmittel und für die Einführung einer Plastiksteuer ausgesprochen. Unterstützung kommt aus dem schleswig-holsteinischen Landtag: Im letzten Plenum haben wir einen Antrag dazu einstimmig beschlossen. Ein klares Signal Richtung Bund.

Beim Plastikmüll geht es nicht primär darum, wie wir ihn trennen, sondern vor allem darum, wie wir ihn vermeiden können. Es ist die Aufgabe von Handel und Industrie, Waren plastikfrei anzubieten. Kleine Hofläden und Läden wie „Unverpackt“ machen es vor. Selbstverständlich ist es aber auch Aufgabe der Politik, die Ziele durch Vorgaben und rechtliche Rahmensetzungen zu erreichen. Und letztlich müssen auch wir Bürger*innen unser Konsumverhalten hinterfragen.

Vor Ostern habe ich mich am Plastikfasten unseres Landesvorstands beteiligt. Ich musste feststellen, dass dies im Alltag gar nicht so einfach und manchmal sehr frustrierend ist. Zum Beispiel, wenn man sich extra an der Käsetheke angestellt hat, nur um dann festzustellen, dass die Bedienung dazu verpflichtet ist, den Käse jedes Mal in ein neues Stück Plastikfolie einzupacken, nachdem ein Stück abgeschnitten wurde.

Manche Menschen schaffen es, komplett auf Plastik zu verzichten. Diese Menschen sind tolle Vorbilder und haben unser größtes Lob verdient. Wenn dieses Ziel für den eigenen Alltag aber utopisch erscheint, dann sollten wir uns davon nicht abschrecken lassen. Nach dem Motto: dann fange ich lieber gar nicht erst an. Es ist besser, einen kleinen Schritt nach dem anderen zu machen, als gar nicht voranzugehen.

Je weniger Menschen Plastiktüten und -verpackungen benutzen, desto weniger landen diese im Meer und desto weniger verenden Wale und andere Tiere grausam daran. Egal ob vor den Küsten Spaniens, Thailands oder Norwegens – weder die Tiere noch der Müll machen an Landesgrenzen halt. Alles hängt mit allem zusammen.

Herzlichst, Ihre Eka von Kalben

 

Abgeordnetenwort Eka von Kalben, erschienen in den Uetenser Nachrichten am 23.06.2018

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