Wahlkampf, Energiewende, Atomkraft

Der Wahlkampf hat begonnen und jeden Tag flattern Einladungen zu Podiumsdiskussionen ins Büro. Jetzt gilt es die verschiedenen Konzepte gegeneinander zu verteidigen, die eigene Politik zu bilanzieren und zu erklären. Ich mache das sehr gerne, insbesondere in Schulen, wo Schülerinnen und Schüler oft sehr gut vorbereitet den Kandidaten und Kandidatinnen kritische Fragen stellen. Und dann gibt es die Einladungen, auf die man sich nicht so sehr freut. Die Abende, bei denen man weiß: ich werde keinen Blumentopf gewinnen. Manchmal fehlt der sachliche Austausch von Argumenten. Manchmal brauche ich auch ein sehr dickes Fell, wenn es zu Beschimpfungen kommt. Das passiert auf der Straße und in den sozialen Medien. Das passiert aber eben manchmal auch auf Einladung.

Ich finde es wichtig, sich davor nicht zu drücken. Dahin zu gehen, wo es wehtut. Weil es wichtig ist, zu erfahren, wo der Schuh drückt und gleichzeitig die eigene Haltung zu erläutern.

Das gilt auch und ganz besonders, wenn es um die Energiewende geht.

Der Ausstieg aus der Atomkraft und der Abschied von fossilen Energien, wie Öl und Kohle, ist keine leichte Aufgabe. Energiewende so zu gestalten, dass Mensch und Natur nicht leiden und dass sie sozial verträglich bleibt, ist unsere Aufgabe besonders hier in Schleswig-Holstein.

Der derzeitige Streit um die Sicherheit im Atomkraftwerk Brokdorf macht wieder deutlich, dass die Energiewende kein Selbstzweck ist. Dass der Ausbau der Windanlagen nicht nur dem Reichtum von Windmüllern dient. Dass die Energiewende zum einen nötig ist, um die gefährliche Atomkraft zu beenden und zum anderen die Klimaschutzziele zu erreichen. Wer das möchte, darf den Menschen nicht versprechen, dass es auch ohne Windräder ginge. Wer für größere Abstände zu Wohnhäusern streitet, muss auch so ehrlich sein, zu sagen, dass dann die mit der Energiewende verbundenen Ziele nicht erreicht werden. Wer mehr Bürgerbeteiligung verspricht, muss auch erklären, wie das rechtlich möglich sein soll, nachdem wir wissen, dass die früheren Regelungen vor Gericht gescheitert sind. Gerade im Wahlkampf wird gerne alles gleichzeitig versprochen und davon sehr viel. Ich möchte, dass wir die politischen Unterschiede deutlich machen. Auch dort, wo es weh tut.

Herzlichst, Ihre Eka von Kalben

 

Abgeordnetenwort Eka von Kalben, erschienen in den Uetenser Nachrichten am 18.03.2017

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