16.03.2020

Besonnen bleiben!

Ob Zeitung, Radio oder Internet, ob regionale, nationale oder internationale Presse – die Nachrichten bestehen in diesen Wochen überwiegend aus einem Thema: Corona. Auch im Landtag werden wir diese Woche im Rahmen eines Berichts des Gesundheitsministers über das Virus sprechen. Die Menschen bei uns im Land gehen ganz unterschiedlich damit um. Manche sind tiefenentspannt, andere kaufen bei ALDI vier Einkaufswagen voll Toilettenpapier und Nudeln. Die meisten Menschen befinden sich irgendwo dazwischen. Ich denke, dass weder Panik noch Leichtsinn in dieser Situation hilfreich sind. Wir müssen besonnen bleiben.

In der Politik befinden wir uns in einem Spagat. Wir müssen einerseits Ruhe ausstrahlen, um keine unnötigen Ängste zu schüren, andererseits müssen wir die Vorsorge ernst nehmen und alles dafür tun, um die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, bis es einen wirksamen Impfstoff und Medikamente für eine zügige Behandlung gibt. Das gelingt unserem Gesundheitsminister Heiner Garg gerade zum Glück sehr gut.

Für die meisten unter uns bedeutet das Virus nicht viel mehr als ein Schnupfen, manche haben gar keine Symptome. Aber für andere kann es tödlich sein. Unsere Handlungsprämisse darf sich nicht an den Stärksten orientieren. Wir haben in unserer Gesellschaft eine Verantwortung für alle Mitmenschen, insbesondere für diejenigen, die schutzbedürftiger sind als wir. Deshalb wurden jetzt auch die ersten einschränkenden Maßnahmen der Regierung getroffen.

Natürlich ist es ärgerlich, wenn jetzt viel Schönes abgesagt wird – z.B. Konzerte oder Klassenfahrten, auf die man sich seit Wochen und Monaten gefreut hat. Oder wenn man nicht beim Heimspiel des Lieblingsvereins dabei sein kann. Auch ich finde es sehr schade, wie viele wichtige Veranstaltungen nun abgesagt werden mussten. Denn für meine politische Arbeit ist es enorm wertvoll, mich mit den Menschen im Land, mit Vereinen, Betrieben und Verbänden auszutauschen.

Die Situation in Deutschland ist bislang zum Glück nicht so extrem wie in China oder Italien. Lassen Sie uns individuell alles dafür tun, damit das so bleibt. Letzten Endes hat unsere Gesundheit und die unserer Mitmenschen oberste Priorität. Klar ist es schade, wenn wir Reisen absagen müssen. Aber zum Glück wohnen wir ja dort, wo andere Menschen Urlaub machen. Ich freue mich darauf, im heimischen Osterurlaub endlich wieder Zeit für mein Cello zu haben und wünsche Ihnen, dass auch Sie das Beste aus der Situation machen. Bleiben Sie gesund.

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